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Steinschlag : Gotthard-Autobahn wieder gesperrt

  • Aktualisiert am

Blick auf die Unglücksstelle Bild: REUTERS

Das war wohl nichts: Nur zwei Stunden, nachdem die gesperrte Gotthard-Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben war, mußte sie erneut dicht gemacht werden.

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          Die Autobahn A2 am Schweizer Gotthard-Tunnel ist am Freitag wenige Stunden nach ihrer Freigabe wieder gesperrt worden. Bei Gurtnellen, wo am Mittwoch Felsbrocken auf die Autobahn gestürzt waren und ein Auto mit zwei Deutschen zerquetscht hatten, habe es erneut Steinschlag gegeben, sagte Karl Egli, Sprecher der Polizei des Kantons Uri, am Nachmittag. Diesmal seien aber keine Gesteinsbrocken auf die Fernstraße gefallen. Bei der erneuten Sperrung handle es sich um eine Sicherheitsmaßnahme. Wie lange die wichtige Nord-Süd- Verbindung zwischen der Schweiz und Italien nicht befahren werden darf, konnte die Polizei nicht sagen.

          Ein Posten, der von der gegenüberliegenden Talseite aus den in Bewegung geratenen Hang beobachtete, habe um 12.30 Uhr ein Rumpeln gehört und sofort Alarm geschlagen. Die Polizei sperrte darauf die Autobahn und die Kantonsstraße. Geologen sollten jetzt die Situation analysieren. Am Donnerstag hatten die Behörden erklärt, vorerst seien keine weiteren größeren Abbrüche mehr zu erwarten.

          ADAC rät zur Umfahrung

          Nach der erneuten Sperrung hat der ADAC deutschen Urlaubern empfohlen, die Strecke weiträumig zu umfahren. Alternative Routen seien der San Bernardino, die Autoverladung am Lötschberg oder der Simplon-Pass, sagte ADAC-Sprecher Jochen Oesterle am Freitag in München. Der Verkehr auf den Strecken nach Süden sei über Pfingsten zwar ohnehin schon sehr dicht, und die San-Bernardino-Route sei zudem mit Baustellen gepflastert. „Aber es gibt keine ideale Empfehlung. Man muß halt gute Nerven haben und sich auf lange Wartezeiten einstellen“, sagte Oesterle. Autofahrer sollten auf jeden Fall stets den Verkehrsfunk
          hören.

          War Fahrlässigkeit im Spiel?

          An der gleichen Stelle waren nach Informationen der Schweizer Nachrichtenagentur SDA bereits vor einem Jahr Felsen auf die A2 gefallen. Laut Jann Marx, Leiter der Abteilung für Naturgefahren des Kantons Uri, wurden danach ein Schutzdamm und Steinschlagnetze geplant. Diese Maßnahmen seien aber nicht umgesetzt worden. Allerdings hätte auch dadurch der Felssturz vom Mittwoch nicht verhindert werden können.

          Das Gebiet gelte als einer der am meisten gefährdeten Abschnitte entlang der A2. Ein Felssturz dieses Ausmaßes in einem Gebiet mit Bannwald wie bei der Abbruchstelle oberhalb Gurtnellen war laut Experten nicht voraussehbar. Ein Untersuchungsrichter des Kantons Uri prüft inzwischen in einem formellen Verfahren, ob bei dem Unglück Fahrlässigkeit im Spiel war.

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