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Sommerserie: Ortsmarke : Wer schwankt, hat mehr vom Weg

  • -Aktualisiert am

Weit und breit kein Meer, auch wenn die Werbung anderes suggeriert: Stadtkirche in Jever. Bild: Jörg Modrow/laif

Jever ist ein Juwel des Nordens. Trinkfeste Friesen haben es erschaffen, aber sie brauchten dazu eine Frau, die den Häuptlingen zeigte, wie man mit der Streitaxt Diplomatie betreibt.

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          Darüber wundern sie sich dann doch in der Touristeninformation von Jever: über die vielen Gäste, die nach dem Weg zum Strand fragen. Ein Blick auf die Karte hätte genügt, um zu wissen, dass die Küste des Jadebusens fünfzehn Kilometer entfernt ist, die Strände liegen noch weiter draußen. Aber wir alle wurden anders konditioniert, und der Übeltäter befindet sich in Sichtweite. Er residiert in jenem Gebäudekonglomerat, dessen leicht besoffene Schauseite aus drei verspiegelten Achtziger-Jahre-Türmen in Deutsche-Bank-Optik besteht. Das sieht nicht besser aus, als es klingt, aber gegenüber der herzlos hingeklotzten Touristeninformation besitzt es beinahe noch Charme. Und immerhin sind die Türme bis oben angefüllt mit gärendem Jungbier statt mit Investment-Bankern.

          Das Friesische Brauhaus zu Jever, im Volksmund Jever-Brauerei, seit 1848 am selben Ort befindlich und inzwischen Teil der Radeberger-Gruppe im Oetker-Konzern, hat nicht nur dafür gesorgt, dass weltweit der Stadtname falsch ausgesprochen wird, mit einem warmen „w“ statt einem kühlen „f“, sondern es bombardiert uns seit Jahrzehnten mit Werbespots, die sich auf drei Begriffe bringen lassen: Jever-Mann, Dünenstrand, Leuchtturm.

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