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St. Petersburg : Die Amphibienstadt

  • -Aktualisiert am

Behüten die Stadt: Greifenfiguren auf der Bankbrücke Bild: laif

Überbaut mit 300 Brücken, untergraben von langen Metrolinien: Die Stadt an der Newa überrascht Besucher in vielfacher Hinsicht.

          1 Min.

          „Russisches Amsterdam“ oder „Venedig des Nordens“ wird St. Petersburg genannt. Doch in keiner dieser Städte spiegeln sich annähernd solch monumentale Maße im Wasser wie in Zar Peters liebstem Projekt. Auf 42 Inseln, so ist zu lesen, sei Russlands zweitgrößte Metropole erbaut worden. Nicht nur darauf - auch darunter und in einem veränderlichen Zustand dazwischen, gleichsam amphibisch: Seit St. Petersburg besteht, traten die Newa, ihre 65 Seitenarme und Kanäle rund 250 Mal über die Ufer.

          Darunter, 50, 60 Meter tief, rauschen seit 1955 die Metro-Züge durch ein heute circa 110 Kilometer langes Röhrennetz. Stählerne Schotte schützen es vor Überflutungen. Rund 60 Stationen umfasst das System heute, eine Spielwiese der Zweckarchitektur: mal von sowjetischer Strenge, mal von lichter Zartheit, mal überragt von einer sakral wirkenden Kuppel, erhellt von funkelnden Lüstern, goldenen Natriumdampfleuchten, Lichtflutern und muschelförmigen Schalen.

          Russischer Brückenschlag

          Die Stadtfragmente werden von rund 300 Brücken verbunden. Vielleicht sind es die schönsten der Welt, verschwenderisch geschmückt mit filigranen Eisengeländern, Laternen und Goldrosetten. Es ist ein ebenso beeindruckendes wie tückisches Spektakel, wenn abends einige Brücken für Stunden geöffnet werden, um Schiffe passieren zu lassen. So musste schon manch einer, der nicht aufgepasst hatte, die Nacht am anderen Flussufer verbringen.

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          Schwimmend sollte man den Strom selbst im Sommer nicht überqueren: Kaum einer der Städter, die sich am Newa-Ufer entblößen, um die Sonne an ihre winterweißen Leiber zu lassen, steigt ins Wasser. „Da sind alle Metalle drin“, witzeln sie über die mangelhafte Wasserqualität - „außer Gold und Silber.“

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