https://www.faz.net/-gxh-383x

Spezial : Shopping, Skilaufen und Szeneviertel

  • -Aktualisiert am

Lange Nächte in Oslo, farbenfroh begonnen Bild: Oslo Promotion/ Nancy Bundt

Oslo hat sich zu einer lebendigen Metropole gewandelt. Auch im Winter hat die norwegische Hauptstadt einiges zu bieten.

          2 Min.

          100 Kilometer südlich des Stadtzentrums läuft das Schiff in den Oslofjord ein. Der Übergang vom offenen Meer zum Fjord geschieht unmerklich. In weiter Ferne ragen die ersten Schären wie Stecknadelköpfe aus dem Wasser. Langsam werden die Felsknubbel größer und verwandeln sich in flache, blank geschliffene Inseln. Vorsichtig tastet sich das Schiff durch das fast schwarze Wasser, zerteilt knirschend die Eisschollen. Immer näher rücken die Ufer, die ersten Häuser tauchen als farbige Punkte auf.

          Ankunft in Norwegens Hauptstadt Oslo. Häuserzeilen drängen sich um den hufeisenförmigen Fjord, schmiegen sich an die Berghänge. Sie bilden ein Amphitheater für rund eine halbe Million Menschen. Auch die Wahrzeichen der Hauptstadt, das klobige Rathaus aus roten Klinkern und die Holmenkollen-Schanze, sind schon zu sehen. Architektonisch zählt Oslo sicher nicht zu den schönsten Hauptstädten der Welt. Aber die Lage verdient fünf Sterne. Nur ein Drittel des Stadtgebietes ist bebaut, der Rest besteht aus Wäldern, Seen, Inseln und dem verwinkelten Oslofjord. Eine riesige Spielwiese für die sportverrückten Norweger. Im Sommer sind sie in wenigen Minuten an einem ruhigen Badesee in den Wäldern der Oslomark oder auf einer Insel im Fjord. Im Winter beginnen die Loipen direkt am Stadtrand.

          Ein Stadt erwacht zum Leben

          Am Morgen pulsiert der Berufsverkehr auf den Straßen, die Scheinwerfer der Autos bilden endlose Lichterketten und die Spikes nageln im Stakkato über den Asphalt. Nur widerwillig weicht die Dunkelheit der Nacht dem neuen Tag. Im Osten ein erster fahlblauer Fleck, der den Sonnenaufgang ankündigt. Noch liegt der nächtliche Blauschleier in der Luft, bedeckt den vor Kälte knirschenden Schnee. Erst nach neun Uhr weicht das Blau in Zeitlupe einem zarten rosafarbenen Schimmer. Die Stadt tut sich schwer, an kalten Wintermorgen zum Leben zu erwachen.

          Teure Partystadt Oslo

          In den vergangenen Jahren hat Oslo eine erstaunliche Wandlung vollzogen: vom etwas drögen und biederen Langweiler zum Zentrum skandinavischer Lebensfreude. Und das nicht nur während des kurzen Sommers: Auch in der kalten Jahreszeit, wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind, wird in Oslo gefeiert. Vergessen sind die Zeiten der hochgeklappten Bürgersteige, als die Einheimischen lieber vor dem Fernseher saßen und Touristen auf der Suche nach einer gemütlichen Kneipe fast verdurstet sind. Heute konkurrieren Dutzende von Restaurants, Pubs und Clubs um die Geldbörsen der "young urban professionals". Die junge Generation bringt Leben in die Stadt, koste es, was es wolle. Denn umsonst ist nur der Blick auf den Fjord. Jedes Bier und jedes Glas Wein schlagen mit mindestens fünf Euro zu Buche.

          Vom Vorspiel bis zum Nachspiel

          Die pfiffigen Norweger lösen dieses Dilemma pragmatisch: Bevor es so richtig los geht, treffen sie sich zum "Vorspiel". Sie trinken ein paar Biere und Schnäpse zu Hause, dann erst gehen sie zur eigentlichen Party in die Stadt. Standfeste praktizieren auch noch ein "Nachspiel". Soll der Abend nicht im alkoholisierten Desaster enden, erfordern Vorspiel und Nachspiel Disziplin und Augenmaß. Warum sich gerade die deutschen Worte für diese effektive Art des Besäufnisses durchgesetzt haben, das liegt im Nebel der Katerstimmung begraben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.

          Angst vor dem Virus : Breiter Kursverfall an den Weltbörsen

          Das Coronavirus infiziert immer mehr Menschen außerhalb Chinas. Die Sorgen vor dem Virus haben schon 3 Billionen Euro Börsenwert vernichtet. Ein Ende ist nicht in Sicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.