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Sommerurlaub in Dänemark : Von der Gleichheit des Augenblicks

Die kleine Ferienkolonie „Lystrup Strand“, im Norden der dänischen Halbinsel Djursland gelegen, ist nicht einfach ein Geheimtipp Bild: Simon Strauss

Eine Reise ins dänische Djursland – wo die Blicke der Glücklichen aufs Meer fallen und die Winde die Segler hoch hinausschleudern. Auch ein paar geheime Orte sind hier noch zu entdecken.

          7 Min.

          Frühmorgens, wenn die Wellen langsam aufwachen und über den Sand heranrollen, wenn die Flut wieder gemächlich ansteigt und ihre verlorenen Kinder – all die Muscheln, Krebse und Quallen zu sich nimmt –, dann läuft man in der aufgehenden Sonne an den kleinen Strandhäusern vorbei und sieht durch die Fenster, wie alte Damen in Bademänteln am Tisch sitzen und gebeizten Lachs essen. Sieht, wie der Wind über die Dünen fährt und die verschlafenen Grashalme wiegt. Sieht, wie die Fischerboote ungeduldig im Watt wackeln und darauf drängen, endlich wieder vorwärtszukommen.

          Simon Strauß
          Redakteur im Feuilleton.

          Die kleine Ferienkolonie „Lystrup Strand“, im Norden der dänischen Halbinsel Djursland gelegen, ist nicht einfach ein Geheimtipp. Es ist ein Ort, der so viel Liebenswürdigkeit und Ruhe, so viel Gelassenheit und Dauer ausstrahlt, dass man hier wie während einer Kur gestärkt wird. Gestärkt vom freundlichen Gruß der Nachbarn, gestärkt vom wolkenverspielten Himmel, gestärkt aber natürlich vor allem vom Blick aufs weite, alle Katastrophen verschluckende Meer. Man muss den Blick nach all den Monaten in den engen vier Wänden erst wieder gewöhnen an diese bewegte Unendlichkeit. Vorne in den Dünen führen Treppen hinunter zum Strand, aber im Grunde schaut man besser aufs Meer, als dass man versucht, in ihm zu schwimmen. Nur Kinder können hier hervorragend baden, alle anderen laufen minutenlang nur bis zu den Knien im Wasser und warten vergeblich darauf, dass sich der Untergrund senkt.

          Was „Lystrup Strand“ so angenehm macht, ist die Gleichheit des Ausblicks. Alle Häuser stehen in der ersten Reihe, kein Wetteifern, kein Übertrumpfen ist nötig. Der egalitäre Anspruch geht auch über auf die Architektur: Alle Häuser sind mehr oder weniger gleich klein, haben flache Dächer und breite Fensterfassaden hin zum Meer und einen Vorgarten, in dem man abends sitzen, den Grill rauchen lassen und sich mit einem Glas in der Hand auserwählt fühlen kann.

          Alles konzentriert sich auf die Fenster

          Das Haus ganz am Ende der kleinen Küstenstraße kann man über Airbnb mieten. Die Schlüssel sind an einem geheimen Ort versteckt, im Schwedenofen liegt schon das Holz, die Rückwand ist mit Meeresmotiven bemalt, und das Trampolin wartet auf ausgelassene Kinder. So klein und beklemmend das Haus von innen auf den ersten Blick wirkt, so gemütlich und behaglich wird es einem im Verlauf des Aufenthalts: Die Nähe zum Meer lässt einen am Ende selbst die Enge des Matratzenlagers unterm Dach großzügig erscheinen. Denn alles konzentriert sich sowieso nur auf die Fensterfassade hin – so transparent der Lebensstil dadurch wird, so stolz grüßt man bald schon die vorbeiflanierenden Nachbarn vom Frühstückstisch aus.

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