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Veränderung des Tourismus : Entschleunigung leicht gemacht

  • -Aktualisiert am

Unterwegssein als Teil der Reise begreifen: Reisende im Schlafwagen. Bild: Picture-Alliance

Die Pandemie, so hört man allenthalben, wird unser Reiseverhalten dauerhaft verändern. Wenn das stimmt, dann aber nur deshalb, weil sich die Veränderung schon vor Corona abgezeichnet hatte.

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          In Zeiten von Quarantäneandrohungen, Sicherheitsabständen und am Boden abgestellten Flugzeugen ist von der vielbeschworenen Reisefreiheit nicht mehr viel übrig und der Aufbruch in ferne Welten erst mal undenkbar geworden. Zwar wurde die generelle Warnung vor Reisen in außereuropäische Länder am 1. Oktober aufgehoben, in Wirklichkeit öffneten sich damit aber nur Georgien und Tunesien, die kurz darauf ebenfalls zu Risikogebieten erklärt wurden. Schritt für Schritt würden wir zur Normalität zurückkehren können, hatten uns die Politiker mantrahaft versichert. Doch inzwischen wird sogar von Reisen im eigenen Land abgeraten, von Ferien bei unseren europäischen Nachbarn ganz zu schweigen.

          Ein guter Zeitpunkt, um an den Frühling im Lockdown zu erinnern. Damals gab es von einem Tag auf den anderen keine Ziele mehr, die einen Ortswechsel sinnvoll gemacht hätten – kein Biergarten, kein Ausflugslokal, kein Museum, kein Wellnesstempel nirgendwo. Selbst Freizeitparks, botanische Gärten und Berggipfel waren tabu. Was einem an Ausbrüchen aus dem häuslichen Alltag blieb, waren Exkursionen durch den Nahraum – zu Fuß oder per Rad, womöglich ausgerüstet mit einem kleinen Proviantrucksack, den man auf einer Bank oder in der Wiese auspackte. Von den höheren Mächten des Gesundheitsministeriums in den Modus der Langsamkeit gezwungen, blieben wir auf Formen der Welterkundung verwiesen, bei denen der Weg das Ziel ist und auch die arrivierteste Mobilitätstechnik nichts mehr nutzte. Vorbei war es mit dem schnellen Hin und Weg, das sonst die Freizeit- und Urlaubspraxis bestimmt.

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