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Skifahren mit den Beatles : Pilzköpfe, Pistenkreise und Schneeforscherrätsel

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Eine exzentrische Geschichte über den Kampf um die Weltherrschaft mit Opferringen, Oberpriestern und Verfolgungsjagden im Salzburger Schnee: Der Beatles-Film „Help“ gehört untrennbar zur Geschichte von Obertauern. Bild: Volker Mehnert

Schon die Beatles hatten ihren Spaß im Skigebiet von Obertauern. Und dafür, dass man ihn dort bis heute haben kann, sorgen vier gut durchdachte „Tauernrunden“.

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          Es ist der schönste musikalische Schneespaß der Filmgeschichte: „She’s got a ticket to ride“, singen die Beatles, während sie am Rande der Piste auf ihrem Freiluft-Piano herumlümmeln, sich im Schnee kugeln, mit dem Snowbike durch die Winterlandschaft pflügen und auf Skiern mit Bravour über die Pisten von Obertauern sausen. In Wahrheit aber waren es gar nicht die Musiker, sondern vier Burschen aus dem Ort, die 1965 im Beatles-Film „Help“ als Ski fahrende Doubles agierten. Einer dieser Stuntmen heißt Herbert Lürzer. Er vertrat Paul McCartney und durfte sich dafür bei Bedarf dessen Nerzmantel überstreifen, während der Beatle vorübergehend mit dem schlichten Anorak des Einheimischen vorliebnehmen musste. Mittlerweile in Ehren ergraut, spielte Herr Lürzer damals als junger Mann zusammen mit drei anderen Berglern alle sportlichen Szenen im Schnee. Konnten die vier überhaupt Ski fahren? „Eher nicht“, meint Herbert Lürzer. Aber sie hätten in den vierzehn Tagen in Obertauern zumindest ein paar Grundtechniken gelernt: „Der Paul ist schließlich in Bögelchen über ein paar Hügelchen gerutscht.“

          Eigentlich sollte der Film in einem vornehmen Skiort wie Lech oder Kitzbühel gedreht werden, doch da fürchteten Regisseur und Produzenten zu viel Rummel. Obertauern dagegen galt als schneesicher und lag ein wenig im Abseits des damaligen Skibetriebs, so dass man leicht für die gebotene Abschirmung sorgen konnte. Als die vier am Flughafen Salzburg landeten, gab es allerdings neben einem begrenzten Ansturm von Fans auch eine Protestdemonstration. „Beatles go home“, hieß es in der altehrwürdigen Mozartstadt. Die Musik der Beatles war bis nach Österreich noch nicht recht vorgedrungen oder wurde verschmäht, und im gebirgigen Obertauern hatte erst recht niemand eine Ahnung von der Bedeutung der Band.

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