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Unterwegs auf Cape Cod : Strand in Sicht

  • -Aktualisiert am

Der Architekt Peter McMahon engagiert sich für die Bewahrung der Häuser auf Cape Cod. Hier steht er auf der Veranda des Hatch House in Wellfleet. Bild: Rachel Hulin/NYT/Laif

Wo die Straßen weder Teer noch Namen tragen: In Wellfleet auf Cape Cod finden Amerikas Denker noch immer Ruhe und Inspiration – in den schönsten Sommerhäusern der Ostküste.

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          Schon auf dem Highway, der Route 6 Richtung Norden, ist es plötzlich da, das Gefühl von Freiheit. Wie ein angewinkelter Arm ragt die Halbinsel Cape Cod in den Atlantik, und etwa bei ihrem Ellenbogen fährt man über eine unsichtbare Grenze. Ab jetzt gibt es keine dicken Supermärkte mehr, nur Pinienwald und salzigen Wind, auf Autodächern schaukeln Kajaks und Surfboards. Hat man das Drive-in-Kino aus den 1950er Jahren erreicht, beginnt das Örtchen Wellfleet, gegründet 1763. Umgeben von Meer, das Land ist an manchen Stellen nur zwei bis vier Kilometer breit. Früher lebte man hier vom Walfang, heute von Austern.

          Der historische Ort hat gut 3500 Einwohner, im Sommer verfünffacht sich die Zahl. Alles jedoch, was etwa die Hamptons ausmacht, sucht man hier vergeblich: protzige Autos, öffentliches Nachtleben, Schaulaufen, manikürte Gärten. Nach Wellfleet kommen Kreative, die Ruhe suchen. Die „New York Times“ beschrieb das Publikum schon vor Jahren so: „Die gesamte Fakultät der Universitäten Columbia und Harvard, die Mitarbeiter des ‚Paris Review‘ und des ‚New Yorkers‘ und die Hälfte der Psychoanalytiker der Upper West Side.“ Auf sie warten haufenweise Galerien, ein Theater, der Buchladen mit angegliedertem Restaurant und drei Cannabis-Apotheken. Auch eine französische Bäckerei, vor der sich am Wochenende eine 15 Meter lange Schlange bildet.

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