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Design in Schweden : Von Kaffeetassen, Kiefern und Kanelbullar

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Das Schloss, in dem die Zeit stehenblieb: Läckö am Vänernsee. Bild: Picture-Alliance

Tausende Inseln, Wälder, Seen – die Natur Schwedens ist ein unerschöpflicher Fundus für Kreative wie Architekten, Designer und Sterneköche. Ein Streifzug durch Göteborg und sein Hinterland.

          Wasser hat immer eine große Rolle in unserem Alltag gespielt“, sagt Architekt Mattias Lind. „Nicht nur in Form von Seen oder dem Meer. Für mich ist es der Nebel, der ganz typisch schwedisch ist und häufig über den Baumwipfeln liegt.“ Auf seinen Ausflügen in heimische Wälder liebt er es, Vögel zu studieren. Diesen tiefverankerten Draht zur Natur verbindet Lind mit seinen Landsleuten. Wie soll man auch um sie herumkommen in einem Land, das so unendlich viele Seen, Wälder und Berge aneinanderreiht – und zudem als Inselweltmeister gilt? Man staune: 267 570 Inseln hat Schweden, 102 893 davon befinden sich im Meer.

          Auf der Insel Kålländsö am Südufer des großen Vänernsees liegt das Barockschloss Läckö. Nur dreihundert Meter von diesen historischen Mauern entfernt überrascht ein moderner Bau, umgeben von wogendem Schilf: Das „Naturum Vänerskärgården Victoriahuset“ stammt aus der Feder des Architekten Mattias Lind und seinem Göteborger Studio White Arkitekter. Im Jahr 2013 eröffnet, ist der nach der schwedischen Kronprinzessin Victoria benannte Bau Besucherzentrum, Restaurant und Hotel zugleich. Schautafeln und Exponate des dreistöckigen Baus erklären die zahlreichen Vogelarten der Gegend wie Weißschwanzadler und Fichtenspecht.

          Eines Tages wird das Haus mit der Natur verschmelzen

          Es scheint, als hätte sich Lind beim Entwerfen etwas von der trickreichen Tarnung mancher Tierart abgeschaut: „Das hohe Riedgras und rohes Treibholz standen Pate für die gerippte Fassade aus unbehandeltem Kiefernholz. Somit passt sie sich in Struktur und Farbe ins Umfeld ein. Und eines Tages, wenn das Holz dann gänzlich fahl und verblichen ist, wird es nahtlos mit der Natur verschmelzen.“ Sagt Lind, Jahrgang 1968, als er im Innern seines lichtdurchfluteten Gebäudes steht, das die Kronprinzessin symbolisch zum dreißigsten Geburtstag geschenkt bekam.

          Ein Haus, das mit der Natur verschwimmt: Die Sauna im Naturum Victoriahuset.

          Den Grundriss wiederum, erklärt Lind, habe er offen angelegt und seine Anordnung von der Gruppierung naher Inseln abgeleitet. „Das Haus hat keine Ecken, damit mehr Licht hineinkommt, zumal die Sonne hier im Norden tiefer steht. Aus dem Innern ergeben sich Ausblicke in alle vier Richtungen und eine ständige Interaktion mit der Natur.“

          Die antwortet prompt, denn draußen frischt der Wind auf, Böen peitschen das Wasser des Vänersees, die Wellen tragen jetzt kleine Schaumkronen. Wer dem Architekten Lind lauscht, spürt, dass dieser nicht nur mit Baustoffen arbeitet – sondern mit Licht, mit der Sonne, mit dem Standort, mit der Natur. 31 Naturum-Besucherzentren gibt es in Schweden, sie gehören der Swedish Environmental Protection Agency und liegen als Tor zur Natur in Reservaten. Die beiden Stationen in Kosterhavet und Oset haben Lind und sein Studio ebenfalls entworfen. Wie der Baumeister seine Handschrift beschreiben würde? „Die habe ich nicht“, sagt Lind, „denn es geht ja nicht um mich. Sondern um den Besucher, um dich und wie alles auf dich wirkt, denn du bist Teil des Gebäudes, wenn du dich darin aufhältst.“

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