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Schutzimpfung : Ein Pieks vor dem Urlaub kann Leben retten

  • -Aktualisiert am

Dengue-Fieber in Thailand, Malaria in der Dominikanischen Republik: Urlauber vergessen oft, sich vor Fernreisen gegen Tropenkrankheiten zu schützen.

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          Laut Weltgesundheitsorganisation erkranken jedes Jahr 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria, etwa eine Million von ihnen sterben. Auch viele Touristen sind darunter. Ein Besuch beim Tropenarzt sollte deshalb vor jeder Reise in die Tropen im Terminplan stehen. Mittlerweile können sich Fernreisende auch auf zahlreichen Internetseiten über die gesundheitlichen Risiken im Reiseland informieren. Dies ersetzt jedoch keine individuelle reisemedizinische Beratung.

          Ob Tropenreise oder Heimaturlaub: Es gibt Impfungen, auf die sollte niemand verzichten. Hierzu zählt zum Beispiel die Dreifach-Impfung gegen Polio, Tetanus und Diphterie. Wer über keinen Impfschutz verfügt oder eine Auffrischung benötigt, der kann sich auch noch wenige Tage vor dem Urlaub problemlos immunisieren lassen: Die Nebenwirkungen sind in der Regel gering. Der volle Schutz tritt allerdings erst bis zu 14 Tage nach der Injektion ein.

          Neue Präparate schützen schon nach einer Woche

          Auch gegen die Leberinfektion Hepatitis A, die durch den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln (insbesondere Muscheln und Austern) oder über verunreinigtes Wasser übertragen wird, können sich Reisende noch kurz vor der Abreise unempfänglich machen. Bereits eine Woche nach der ersten Injektion tritt 95-prozentiger Impfschutz ein. Die zweite folgt nach einem bis sechs Monaten.

          Schwieriger ist die Prophylaxe gegen Hepatitis B. Hier sind drei Injektionen innerhalb von sechs Monaten erforderlich, die ersten beiden im Abstand von mindestens vier Wochen vor der Reise. Mittlerweile kann man sich mit dem Impfstoff Twinrix auch gegen Hepatitis A und B gleichzeitig schützen. Hier sollten ebenfalls zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen vor Abflug erfolgt sein.

          Malaria, Dengue- und Gelbfieber: potenziell tödlich

          Wie hoch das Malaria-Risiko im Reiseland ist und ob eine Prophylaxe überhaupt sinnvoll ist, das sollten Tropenreisende auf jeden Fall in einem individuellen Gespräch mit dem Tropenarzt klären. In vielen Infektionsgebieten haben sich mittlerweile Resistenzen gegen einzelne Mittel gebildet, die die Anwendung bestimmter Präparate nicht mehr sinnvoll machen. Ob der wachsenden Resistenzen und neuer hochwirksamer Stand-by-Präparate wie Riamet gehen immer mehr Ärzte von der Malaria-Prophylaxe gänzlich ab.

          Auf jeden Fall sinnvoll ist die Prophylaxe dagegen bei einer Reise in ein Gelbfieber-Gebiet. Die Impfung kann nur bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle durchgeführt werden. Die Nebenwirkungen sind in der Regel gering, und der Schutz hält zehn Jahre an. Auch gegen das gefährliche Dengue-Fieber, das derzeit in Thailand, Kuba und Brasilien grassiert, können sich Urlauber schützen. Die Prophylaxe erfolgt allerdings nur durch den Schutz vor Mückenstichen. Ein Impfstoff gegen das lebensbedrohliche Tropenfieber ist derzeit nicht auf dem Markt.

          Die Impfung als Last-Minute-Paket am Flughafen

          Vor allem Last-Minute-Reisende vergessen in der Abreisehektik oft, sich gegen die gesundheitlichen Risiken im Urlaub zu schützen. An den großen deutschen Flughäfen können sich Kurzfristurlauber mittlerweile auch noch in letzter Minute gegen die gängigsten Reisekrankheiten impfen lassen. Einen solchen Service bieten zum Beispiel die Flughäfen von Düsseldorf, Frankfurt, München und Hamburg.

          Weil bei vielen Krankheiten eine genaue Abwägung des Risikos erforderlich ist und die volle Wirkung des Impfstoffs oft erst nach Tagen einsetzt, raten Tropenmediziner zwar grundsätzlich davon ab, sich für die Impfung in letzter Minute zu entscheiden. Wenn die Zeit knapp ist, gilt jedoch: Besser kurzfristige Immunisierung als gar kein Schutz.

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