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An der Orlice in Ostböhmen : An der „Tschechischen Loire“

  • -Aktualisiert am

Mehr als ein Dutzend Familien erhielten unter Vaclav Havel große Teile ihres Vermögens zurück, einschließlich Ländereien, Schlössern und Burgen – auch Schloss Doudleby. Bild: Czech Tourism

„Tschechische Loire“ wird der Fluss Orlice in Ostböhmen genannt, weil sich an ihm Schlösser wie die Perlen einer Kette aneinanderreihen. Jedes hat seine eigene Geschichte, und niemand kann sie besser erzählen als die Schlossherren selbst.

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          Kostelec nad Orlici ist ein Städtchen bei Königgrätz, das für seine Schlacht von 1866 genauso berühmt ist wie für seine avantgardistische Architektur der Neuen Sachlichkeit und des Jugendstils. Doch auch das kleine Kostelec hütet einen architektonischen Schatz. Gleich hinter dem Ortseingang geht eine kleine Straße nach rechts ab, die zu einem Märchenschloss führt: zum Neuen Schloss zu Kostelec, einem klassizistischen Biedermeiertraum und Heimat von František Kinský, der eigentlich als Maria Franz Emanuel Johannes Silvester Alfons Graf Kinsky von Wchinitz und Tettau geboren wurde, aber nicht so genannt werden darf.

          Denn seit 1918 ist es in der Tschechischen Republik verboten, Adelstitel als Namen zu führen. Kinsky, ein stattlicher Mann von zweiundsiebzig Jahren, empfängt seine Gäste in Designerhemd, kurzer Hose und mit Sonnenbrille und plaudert mit viel Leichtigkeit über die Geschichte der Kinsky-Dynastie, die es in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie zu Ansehen und Einfluss brachte, wovon bis heute Denkmäler und Palais in Wien, Prag, Budapest und in allen anderen Nachfolgestaaten der k.u.k. Monarchie zeugen.

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