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Luftverkehr : Und weiter auf die Malediven

  • -Aktualisiert am

Bereit für die Zukunft des Luftverkehrs: der neue Flughafen von Doha. Bild: Andreas Spaeth

Der neue Flughafen in Doha setzt Maßstäbe an Komfort und Effizienz. Das dazugehörige Land lernt allerdings niemand kennen. Denn in Qatar will keiner bleiben

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          „Wir werden mit Sicherheit früher eröffnen als Berlin“ - diesen Satz schleuderte Akbar Al Baker gern Fragestellern entgegen, die dem Chef von Qatar Airways und des neuen Flughafens in Doha die scheinbar endlosen Verspätungen vorhielten. Erst sollte der neue Flughafen in Qatar 2009 starten, dann Ende 2012, dann im April 2013 - doch kein Flugzeug landete. Immer neue Ausbauphasen wurden vorgezogen, ständig gab es Ärger mit Fremdfirmen, ähnlich wie in Berlin. Für die gebeutelten Airport-Betreiber in der deutschen Hauptstadt mag es ein Trost gewesen sein, dass sich auch in einem der reichsten Länder der Welt kein funktionsfähiger Flughafen kaufen lässt.

          Doch jetzt ist die Schonfrist für Berlin vorbei: Qatar, ein Land, so groß wie Schleswig-Holstein, hat sein neues Drehkreuz im Mai beinahe lautlos und störungsfrei in Betrieb genommen und seitdem weitere Bereiche des Terminals geöffnet. Der Hamad International Airport, zu sechzig Prozent auf aufgeschüttetem Land in den seichten Gewässern des Persischen Golfs errichtet, zeigt auch, wie sich in den letzten Jahren die Gleichgewichte im internationalen Luftverkehr verschoben haben.

          Ein Flughafen für 150 Millionen Passagiere

          1971 lag der Schwerpunkt des weltweiten Passagierverkehrs geographisch noch mitten im Atlantik, irgendwo zwischen Nordamerika und Europa; 2011 war er immer weiter an den südöstlichen Rand Europas gewandert. Nach 2020 wird er irgendwo zwischen der Türkei und dem Persischen Golf liegen, und genau dort werden derzeit im Akkordtempo Megaflughäfen errichtet. In Istanbul ist gerade der Spatenstich für das weltgrößte Luftfahrt-Drehkreuz gefeiert worden, das 2018 in Betrieb gehen soll und irgendwann imstande sein könnte, 150 Millionen Passagiere pro Jahr auf bis zu sechs Start- und Landebahnen abzufertigen. Dubai setzt auf Zweigleisigkeit, baut seinen bisherigen stadtnahen Flughafen aus und parallel, weit draußen in der Wüste, den Dubai World Central Airport auf, der einmal den Verkehr übernehmen soll und Mitte des nächsten Jahrzehnts bis zu 160 Millionen Passagiere pro Jahr aufnehmen könnte. Auch Abu Dhabi, Heimat von Air-Berlin-Großinvestor Etihad Airways, rüstet derzeit gewaltig auf. Dort bauen gerade 15000 Arbeiter einen gigantischen Terminalkomplex, der die Kapazität des bisher im Wettbewerb am Golf etwas abgeschlagenen Flughafens von heute rund 17 auf 47 Millionen Passagiere anheben wird. Wer von Europa nach Asien, Afrika oder Australien reisen möchte, wird an diesen Drehkreuzen künftig nicht vorbeikommen. Das ist schon heute so, wo etwa Emirates ihre Passagiere sogar in Hamburg abholt oder Air Berlin demnächst mit einem kleinen Airbus A320 nonstop die Strecke Stuttgart-Abu Dhabi aufnimmt.

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