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Rennradfahren in Yorkshire : Bettle, dass es aufhört!

Bittersüße Herausforderungen

„Die Leute kommen, um die Pässe abzuhaken“, sagt Michael. Sie haben das Buch „100 Greatest Climbs“ dabei; Buttertubs ist Nummer 49. Simon Warren, der Autor dieser Bibel für britische Rennradfahrer, hat ihr acht regionale Ausgaben folgen lassen sowie Empfehlungen für Frankreich und Italien. Acht der Top hundert liegen im Umkreis von acht Meilen von Stage 1; so ist das Café zur Basisstation und zum Ziel geworden. „Mit dem Gipfel vor Augen hast du dein Rad ein weiteres Teilstück von zwanzig Prozent hochzuwuchten“, schreibt Warren über den Buttertubs-Anstieg aus der Gegenrichtung, „was dich darum betteln lassen wird, dass es aufhört.“

Yorkshire bekommt nicht genug von diesen bittersüßen Herausforderungen. Die Tour de France hat die Tour de Yorkshire geboren; sie findet jedes Jahr im Mai statt. Buttertubs ist ihr Alpe d’Huez. Im September dieses Jahres wird die Rad-Weltmeisterschaft in Yorkshire ausgetragen. Bevor die Champions in Harrogate über die Ziellinie gehen, Männer wie Frauen, werden sie Buttertubs überwinden.

Die Straßen der Dales bieten gemeine Steigungen, rasende Abfahrten und wunderschöne Ausblicke.

Das muss gefeiert werden. In den Gaststätten liegt fast überall „Velo“ auf einem der vielen Zapfhähne, ein Ale der Black Sheep Brauerei in Masham. Mit einem Touch von Orange und Koriander soll es für free wheeling sorgen, Freilauf.

Rotwein vom Mont Ventoux

„Die Tour und das Radfahren haben Yorkshire verändert“, erzählt in einem Café am Markplatz von Masham Nick Read. Als die Tour kam, organisierte er ehrenamtlich deren Passage durch die Markstadt. „Das Erbe hatten wir total unterschätzt“, erinnert er sich. „Heute kommen drei Mal, vier Mal so viele Radfahrer. Sie sind willkommen, und die Autofahrer haben gelernt, Rücksicht auf sie zu nehmen.“ Nick organisiert die Etappen der Radrennen, die nach Masham kommen, inzwischen beruflich. Im Restaurant The Angel in Hetton, das der Sterne-Koch Michael Wignall übernommen hat, überrascht die Weinkarte mit einem Rotwein vom Ventoux. „Tom and The Peloton“ ist eine Verbeugung vor dem britischen Radprofi Tom Simpson, der dort 1967 starb.

„Slow Travel“ heißt die Reihe, in der die Yorkshire-Reiseführer von Michael Bagshaw erschienen sind. Der Biologe und ehemalige Lehrer ist nicht überzeugt, dass die Entdeckung seiner Heimat durch den Radsport wirklich zu mehr Rücksicht auf den Straßen geführt hat. Auch ihm hat der Boom Arbeit gebracht. Sein Verlag gab eine neue Auflage in Auftrag – mit Empfehlungen für Radtouren. Michael hat zwei Kriterien für die Rad-Freundlichkeit einer Region: die Abwesenheit von Verkehr und die Abwesenheit hässlicher Steigungen. Er versichert, er habe in den Dales Touren gefunden, die beide erfüllen.

Der Weg nach Yorkshire

Anreise: Mit dem Auto zum Beispiel mit P&O Ferries von Zeebrügge oder Rotterdam nach Kingston Upon Hull (Nachtfähre). Von dort aus beträgt die Fahrtzeit nach Yorkshire rund eine Stunde: www.poferries.com. Mit dem Flugzeug nach Newcastle upon Tyne (rund 1,5 Autostunden nördlich vom North York Moors National Park) oder nach Manchester (rund zwei Std. Fahrtzeit).

Weitere Informationen zur Region und den Radfahrmöglichkeiten unter cycle-england.co.uk/de und yorkshire.com

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