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Rennradfahren in Yorkshire : Bettle, dass es aufhört!

„We’ve got the magic terrain, really“, urteilt Brian Robinson, der erste britische Radprofi, der die Tour de France durchstand, und selbstverständlich stammt er aus Yorkshire; 1958 gewann er eine Etappe. Im November wird er 89 Jahre alt.

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Die Wertschätzung des Terroirs aus Dales und Moors durch Rad-Feinschmecker hat auch Charles Oxtobe einen neuen Beruf gebracht. Auf seinem gelb-schwarzen Trikot steht „Yorkshire Velo Tour“ – die professionelle Fortsetzung der Leidenschaft, die er in seiner Freizeit als Buchhalter entwickelte. Rad-Touristen, die Mallorca kennen, die Alpen und die Pyrenäen, ermöglicht er Entdeckungstouren durch seine Heimat. Obwohl er die Antwort kennt, fragt er mich stets, ob wir eher die flache, aber stärker befahrene Straße nehmen wollen oder die ruhige, die allerdings über einen, nun ja, herausfordernden Anstieg führe. Er weiß, dass hinter diesen Steilstücken, „nasty climbs“, wie einheimische Fahrer sie nicht ohne Stolz nennen, eine Belohnung warten sollte wie das Café von Rievaulx Abbey. Bei dessen Besuch war ich, ehrlich gesagt, mehr an dem nahrhaften Carrot Cake interessiert als an der Ruine des mächtigen Zisterzienserklosters aus dem zwölften Jahrhundert.

Nun also Buttertubs. Als ich schon nach zwei der fünf Kilometer bergauf mit der Schwerkraft ringe und Charles, wie mir scheint, weiter lässig durch die Nase atmet, ist plötzlich ein Motorradfahrer neben uns – allerdings nicht, um uns eine Gasse zu bahnen. Der Fahrer bleibt auf gleicher Höhe und nähert sich Charles provozierend bis auf wenige Millimeter. Würde Charles schwanken wie ich, wären die beiden schon kollidiert. Dann zieht der Motorradfahrer davon; er hat seinen Anspruch auf die Steigung deutlich gemacht. Wir haben zwar weniger Pferdestärken, aber die stärkeren Verbündeten. Die Yorkshire Post berichtet am nächsten Tag, dass die Verkehrspolizei von West Yorkshire reihenweise Autofahrer ermahnt habe, die beim Überholen zu dicht an Radfahrern vorbei fuhren. Unseren Motorradfahrer hätten sie sich, hätten sie ihn erwischt, auch vorgeknöpft.

Steigungen bis zu 30 Prozent sind in Yorkshire keine Seltenheit.

Ich setze schließlich, wie soll ich sagen, einen Fuß auf das neu entdeckte Land. Und den zweiten. Ein paar Schritte, ein paar Schlucke Wasser – ist es nicht die Aussicht, die einem den Atem raubt? Danach läuft es wie geschmiert. Alles in Buttertubs! Die Steigung lässt nach, jetzt steigt nur noch die Stimmung. Schließlich fällt die Straße sogar ab, bevor wir gemütlich den Gipfel erreichen. Trainierte Fahrer sind nur wenige Sekunden von der Zehn-Minuten-Grenze entfernt bei diesem Anstieg; das zeigt die Bestenliste bei Strava, einer App für engagierte Rennradfahrer. Wir dürften doppelt oder drei Mal so lang gebraucht haben.

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