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Reiserecht : Richtig reklamieren bei Urlaubsärger

  • -Aktualisiert am

Wenn der Pauschalurlaub zum Reinfall wird, gibt es nicht automatisch Bares für die Unannehmlichkeiten. Nur wer weiß, wie er Män-gel vor Ort formal richtig reklamiert, der bekommt zu Hause Recht.

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          Reiseveranstalter weisen gerne darauf hin: Bei fast allen beträgt die Reklamationsquote weniger als ein Prozent. In Zahlen heißt dies aber, dass jedes Jahr rund 50000 Urlauber so unzufrieden sind, dass sie beschweren. Chancen auf Schadenersatz hat aber nur, wer sich schon am Urlaubsort richtig verhält. Sonst kann es passieren, dass seine Forderungen aus formalen Gründen abgewiesen werden.

          Nicht immer muss man auf die Pauke hauen. Kleinere Mängel wie zum Beispiel ein fehlender Föhn lassen sich oft schnell an der Rezeption beheben. Dabei gilt: Der Ton macht die Musik. Statt lautstark zu lamentieren ist es besser, den Grund der Unzufriedenheit kurz und klar zu erklären und auf Abhilfe zu bestehen. Wichtig: Merken Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners. Um sich Unannehmlichkeiten zu entziehen, verschwindet nämlich mancher Hotelangestellte einfach hinter der nächsten Türe - und Sie müssen Ihren Fall noch einmal jemand anderem erzählen.

          Immer schriftlich reklamieren

          Hilft das nicht oder sind es größere Mängel, dann sollte man schnell handeln und schriftlich bei einem Vertreter des Reiseunternehmens (Reiseleiter, Agentur) oder per Fax direkt beim Veranstalter in Deutschland reklamieren. Denn nur die Beschwerde beim Veranstalter gilt später vor Gericht. Nicht vergessen: eine Frist zu setzen, bis wann der Mangel beseitigt sein soll. Wer sich erst am letzten Tag der Reise beschwert, der geht leer aus.

          Wenn der Reiseveranstalter den Urlauber auf Grund der Beschwerde in ein anderes Zimmer gleicher oder besserer Güte umquartiert, muss der dies akzeptieren. Das kann auch den Umzug in ein anderes Hotel bdeuten. Ist das neue Hotel besser, darf es sogar in einem anderen Ort liegen. Allerdings soll es dem Gesamtzuschnitt der Reise entsprechen. Das heißt: Wer einen Badeurlaub gebucht hat, der braucht sich nicht in die Berge versetzen zu lassen.

          Bei Entschädigung werden Rechte aufgegeben

          Einige Veranstalter bieten ihren Kunden bereits vor Ort eine Entschädigung an. Das kann Bargeld sein, ein kostenloser Mietwagen oder ein Ausflug. Diese an sich sehr kundenfreundliche Maßnahme birgt aber die Gefahr, dass der Reisende womöglich vorschnell sein gutes Recht aufgibt. Deshalb raten die Verbraucherverbände in solchen Fällen, grundsätzlich keine Verzichtserklärung zu unterschreiben. Zweiter Rat der Verbraucherschützer: Auch wer vor Ort eine Entschädigung bekommt, der sollte sich trotzdem seine Beschwerde vom Reiseleiter schriftlich bestätigen lassen.

          Wenn sich der Veranstalter stur stellt und nicht reagiert, darf der Reisende auch "Selbstabhilfe" vornehmen und die Kosten dafür dem Veranstalter in Rechnung stellen. Das sollte aber nur ein letztes Mittel sein. Unbedingt nötig sind Beweise wie Fotos oder Videoaufnahmen und Aussagen Mitreisender (mit Unterschrift und Adresse).

          Was sind erhebliche Mängel?

          Gleiches gilt für denjenigen, der wegen erheblicher Mängel die Reise abbrechen will. In diesem Fall muss der Veranstalter die vorzeitige Heimreise zahlen, einschließlich Mehrkosten wie Taxi zum Flughafen oder Linienflug statt Charterflug. Allerdings: Was unter einem "erheblichen Mangel" zu verstehen ist, darüber sind sich selbst die Gerichte nicht einig.

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