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Reisepreise : Teurer mit kleinen Schritten

Mehr Sicherheit kostet mehr Geld Bild: dpa

Reisen verteuert sich weiter, Schritt für Schritt. Seit dem 1. November geben Veranstalter und Fluggesellschaften die Kosten für gestiegene Versicherungen an ihre Kunden weiter.

          2 Min.

          Urlaubs- und Geschäftsreisen verteuern sich weiter, obwohl die Lust aufs Fliegen vielen seit den Terroranschlägen am 11. September vergangen ist. Dass die Marktgesetze von Angebot und Nachfrage offenbar außer Kraft gesetzt sind, hat mehrere Gründe. Vor allem aber geben Veranstalter und Fluggesellschaften die Kosten für gestiegene Versicherungen in vollem Umfang an ihre Kunden weiter. Und von Januar an müssen auch noch die verstärkten Personen- und Gepäckkontrollen bezahlt werden.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Branchenprimus TUI erhöhte ebenfalls zum 1. November die Preise. Auf alle danach gebuchten Charterflugreisen erhebt der Veranstalter pro Person und Reise einen Aufschlag von knapp 20 Mark (10 Euro). Für Linienflüge kommt ein Aufschlag von 35,20 Mark (18 Euro) hinzu. Die Aufschläge der Thomas Cook AG (ehemals C&N Touristik) sind identisch. Davon betroffen sind alle Kunden, die nach dem 1. November eine Reise mit Neckermann, Terrarmar, Aldiana , Bucher Reisen, Air Marin, Kreutzer Touristik oder Condor individuell gebucht haben. Auch eine Ticketverkauf ohne Hotelbuchung bei Condor verteuert sich entsprechend.

          Der nächste Aufschlag im Dezember...

          Das könnte jedoch noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, wie der Marktführer TUI schon vorsorglich mitteilt. Denn im November hat sich die Bundesregierung noch in die Bresche geworfen, um einen Teil der gestiegenen Versicherungskosten für die Fluggesellschaften aufzufangen. Diese Überbrückung läuft am 25. November aus - dann droht eine weitere Erhöhung.

          Charterfluggesellschaften, die Flugtickets ohne Hotelarrangements verkaufen, schlagen aus den gleichen Gründen auf. Aero Lloyd und Hapag-Lloyd verlangen zehn Euro pro Hin-und Rückflug mehr, ein Oneway-Ticket kostet fünf Euro mehr. Bei Air Berlin verteuert sich das Ticket um 11 Euro, die einfache Strecke um 5 Euro ab dem 1. November. Die angeschlagene LTU verlangt sogar 16 Euro mehr, für die einfache Strecke 5,50 Euro.

          ... und ein weiterer im Januar

          Doch die Preisspirale wird sich weiter drehen, der nächste Aufschlag droht im Januar. Dann hebt das Bundesinnenministerium die sogenannten Luftsicherheitsgebühren auf sechs Großflughäfen an. Damit werden die Personen- und Gepäckkontrollen an den deutschen Flughäfen bezahlt. Und weil seit dem 11. September mehr Menschen genauer kontrollieren, wird es teurer. Im Wortlaut des Ministeriums: Mehr Sicherheit kostet mehr Geld.

          Auf sechs von vierzehn Großflughäfen wird daher die Gebühr ab Januar 2002 angehoben. Zwei Beispiele: In Frankfurt am Main steigen die Gebühren pro Abflug von 10,40 auf 11,16. In Kassel/Calden werden ab Januar 19,56 statt bisher 15,10 Mark verlangt. Doch mancherorts wird der Abflug auch preiswerter: Auf acht Flughäfen sinkt die Gebühr ab Januar 2002, etwa in Leipzig von 11,10 auf 6,34 oder in Erfurt von 16,20 auf 8,81 Mark.

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