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Reisegepäck : Koffer kaputt - was nun?

  • -Aktualisiert am
          2 Min.

          Der Koffer ist in seine Einzelteile zerlegt, über das Gepäckband verteilte Kleidungsstücke sorgen bei den Fluggästen für Heiterkeit. Nur dem Inhaber des Gepäckstücks ist meist nicht zum Lachen zu Mute. Er muss nun darum kämpfen, den Schaden ersetzt zu bekommen. Solche Szenarien sind gottlob selten. Bei der Ferienfluggesellschaft Hapag Lloyd beispielsweise wird nur einer von tausend aufgegebenen Koffern beschädigt.

          Falls das Gepäck doch einmal zu unsanft behandelt wurde, haften die Fluggesellschaften wie bei Gepäckverlust nach dem sogenannten Warschauer Abkommen. Diese Jahrzehnte alte internationale Vereinbarung sieht nur geringe Entschädigungssummen vor. Nach Artikel 22 des Warschauer Abkommens liegt für verloren gegangenes oder beschädigtes Gepäck die Haftungsgrenze bei 27,35 Euro pro Kilogramm - also in der Economy Class höchsten 547 Euro bei den üblichen 20 Kilogramm Freigepäck.

          Je leichter der Koffer, umso weniger erhält man

          Nicht nur die niedrige Summe, auch die Kilogramm-Regelung wirkt sich für die Passagiere unvorteilhaft aus. Während etwa Lufthansa, Condor und LTU im Rahmen der Haftungsgrenze unabhängig vom Koffergewicht auch ein 1.000 Mark teures Stück in voller Höhe erstatten, legen andere Fluggesellschaften (z.B. Hapag Lloyd, Air Berlin, Air France) das Leergewicht des Koffers zugrunde. Wer also mit leichtem, aber teurem Gerät auf Reisen ist, der bekommt von diesen Fluglinien weniger erstattet als ein Passagier mit einem billigen, aber schweren Koffer.

          Identisch ist bei jeder Airline die Abwicklung des Schadensfalles: Wenn der Koffer kaputt aus dem Flieger kommt, sollte sich der Passagier sofort an den Gepäckschalter (Lost and Found) wenden. Dort wird ein Schadensprotokoll erstellt, ein so genannter Property Irregularity Report, den die Airline für die Erstattung einer Entschädigungssumme verlangt. Wird die Beschädigung erst später zu Hause oder im Hotel entdeckt, hat der Passagier sieben Tage Zeit, eine Schadensmeldung bei der Fluggesellschaft einzureichen. Nach dieser Frist erlischt sein Anspruch auf Schadenersatz.

          Nicht Ersatz, sondern Reparatur

          Bei geringfügigen Schäden sind viele Airlines bemüht, den Koffer reparieren zu lassen. Hapag Lloyd macht dies bei Reparaturkosten zwischen 25 und 50 Euro. Lufthansa bietet als Alternative zur Reparatur, gleich an Ort und Stelle einen Ersatzkoffer zu nehmen.

          Gehen teure Gepäckstücke mit auf Reisen, raten die Fluggesellschaften einhellig zum Abschluss einer Reisegepäckversicherung. Diese haftet bis zum vollen Wert des Koffers. Die Meldung des Schadens sowohl beim Lost-and-Found-Schalter als auch bei der Fluggesellschaft bleibt dem Passagier trotzdem nicht erspart. Denn auch die Versicherung verlangt das. Außerdem nicht unwichtig: Beschädigtes Gepäck so lange aufbewahren, bis die Sache endgültig erledigt ist. Denn einige Airlines lassen den Schaden durch Sachverständige prüfen.

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