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Reisebuch : Wer wird denn mit Reis um sich werfen

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Reisebuch

          1 Min.

          Seiner Wahlheimat China ist der Autor und Blogger Thomas Derksen in Liebe und Ironie verbunden. Aber nun reist er durch Deutschland – beschreibt es allerdings aus chinesischer Sicht. Er schildert seine interkulturelle Hochzeit im heimischen Marienheide samt Hochzeitsreise nach dem Motto „Europa in sieben Tagen“, wobei ihn die chinesischen Schwiegereltern begleiten. Für die gastgebenden deutschen Eltern wie für die Schwiegereltern beginnt ein Potpourri der Missverständnisse und ein Parcourslauf zwischen Fettnäpfchen. Da wundern sich die Chinesen über verschwenderisches Werfen von Reis auf westlichen Hochzeiten oder über Phantasiespeisen (gebackene Bananen mit Honig) unserer China-Restaurants. Spielerisch schiebt Derksen China-Wissen ein über „Guanxi“ als Netzwerk an Beziehungen, Geburtenrückgang und Gesundheitssystem, Zahlenmystik oder das „Gesicht-wahren-Syndrom“. Das kapitalistische, freizügige Europa fasziniert und irritiert die Besucher aus Fernost: die Reste der Berliner Mauer, die sie mit der nachhaltigeren Chinesischen Mauer vergleichen, Paris als Stadt der Liebe und Louis-Vuitton-Stores bis zum Toleranzgrenzen testenden Rotlichtviertelbesuch in Amsterdam. Locker erzählt Derksen vom Leben im Kreuzfeuer der Klischees und erklärt anhand deutsch-chinesischer „Familienflitterwochen“ eindrücklich, dass es keine Leitkultur, sondern bei aller Differenz weit mehr Zwischenmenschlich-Verbindendes gibt. sg

          „Kartoffelbrei mit Stäbchen“ von Thomas Derksen. Wilhelm Heyne Verlag, München 2021. 240 Seiten. Broschiert, 12,99 Euro.

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