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Redewendungen rund ums Reisen : Hier geht die Post ab

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Heute ein romantisches Vergnügen, früher oft eine einzige Plackerei: Reisen mit der Postkutsche. Bild: dpa

Warum sitzen wir so gern beim Schwager vorn auf dem Bock? Und warum fluchen Bierkutscher so schlimm? Hier kommen die Antworten.

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          Wer reist denn noch mit der Kutsche? Niemand mehr. Doch unsere Sprache hält an dem alten Marterkasten auf Rädern fest. Schon das Herumkutschieren ist ja sprichwörtlich geworden. Dahinter steckt auch die Erfahrung des Lieferantenproletariats früherer Tage. Viele fuhren kreuz und quer durch die Stadt, brachten Kartoffeln, Kohlen, Bier. Derbe Leute waren diese Kutscher, die mit starkem Arm die Zentnersäcke herumwuchteten. Originale waren das, viel bewundert und viel gescholten wegen ihrer so kraftvollen wie rücksichtslosen Sprache. „Fluchen wie ein Bierkutscher“ hört man deshalb noch heute.

          Im besten Fall ist alles gedeichselt

          Ihre Kollegen von der Post führten ein zugleich leichteres und schwereres Leben, denn die Fracht konnte sprechen. Um die Gefahren „auf Achse“ zu mindern, war es ratsam, nicht an „Schmiergeld“ zu sparen. Das bekamen die Knechte an den Post- und Relaisstationen. Dort „ging die Post ab“, womit die Postkutsche gemeint war und das Durcheinander von Reisenden, Bedienten, Neugierigen und Pferden. War alles fertig für die Abreise, rief man: „Ab die Post!“ Schon ging es los – wenn man Glück hatte und nicht mit einer „Schneckenpost“ unterwegs war. „Beim Schwager vorn“ langweilte man sich besonders im Fall einer Retourkutsche, die zum Beispiel zwischen Frankfurt und Wiesbaden hin- und herfuhr. Wer böse über jemanden sprach und gleichartige Antwort erhielt, der beschwert sich bis heute über eine „Retourkutsche“.

          So reisten nur gekrönte Häupter: die Grand Carrosse aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert.
          So reisten nur gekrönte Häupter: die Grand Carrosse aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert. : Bild: ZB

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