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Radeln in den Dolomiten : Vier Pässe für ein Halleluja

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Das Dilemma des Hobbyradrennfahrers: Eigentlich dürfte man im Sella-Massiv nur Augen für die überwältigende Natur haben. Doch dann läge man ganz schnell auf der Nase. Bild: Georg Weindl

Ein Rad ist keine Luxuskarosse. Ein Radurlaub kann trotzdem luxuriös sein - und strapaziös dazu. Wie das unter einen Hut passt, erlebt man in den Dolomiten.

          Es ist ein wolkenloser Freitag im Frühling, und an solchen Tagen ist das Grödner Joch kein Hort kontemplativer Entspannung. In langen Kolonnen schnaufen Autos und Wohnmobile zur Passhöhe auf 2121 Metern, auf der die Parkplätze schon am Vormittag belegt sind. Zwischen den engen Kurven lassen Motorradfahrer ihre Triebwerke aufheulen und duellieren sich in hektischen Beschleunigungsaktionen. Diese eigenwillige Mischung aus Großstadtverkehr und Motorsportakustik steht in deutlicher Dissonanz zur in sich ruhenden Kulisse des Sella-Massivs und des Langkofels, die wie überdimensionale Monumente in der Landschaft stehen. Dazwischen wirken die Radfahrer auf der Straße wie scheue Rehe im Hochgebirge, die am Rande der Blechkarawanen mit kurvigen Manövern ihren Weg suchen.

          Wir sind eine kleine Gruppe von Mountainbikern und lassen die Räder auf der Westseite Richtung Gröden bergab rollen. An der vorletzten Kehre vor dem langen Flachstück verlassen wir die enge Straße, und unser Guide führt uns auf einen schmalen, steil bergab führenden Pfad, den wir als Ortsunkundige garantiert übersehen hätten. Single Trail nennt man solche Wege in Fachkreisen. Vorsichtig und mit gefühlvollen Bremsmanövern fahren wir weg vom lauten Straßenverkehr. „Achtet darauf, dass ihr nicht zu viel mit dem Vorderrad bremst“, ruft uns der Guide zu. Hinter einer Kurve folgt ein flacher, breiter Weg, gesäumt von einer Wiese und alten Holzhütten. Im Hintergrund leuchtet der mächtige Langkofel. Wir sind nur wenige Meter Luftlinie von der Passstraße entfernt und doch in einer ganz anderen Welt, in der sich das erfüllt, was wir von Radtouren in den Dolomiten erwarten. Wir sehen Wiesen und Wälder und hören das Zwitschern der Vögel. Zwischendurch fordern uns kurze steile Single Trails, was mit den gut gefederten Bikes kein großes Problem ist.

          Mit Waschservice und Hausmechaniker

          Wie auch! Schließlich sind wir Luxus-Biker. Die Räder stammen von einer italienischen Kultschmiede aus der Gegend von Treviso, mit denen auch schon Jan Ullrich in seinen besten Zeiten unterwegs war. Beim Radfahren, so die landläufige Meinung, gibt es keine großen Unterschiede. Es gibt gute und weniger gut trainierte Radler, Bikes in verschiedenen Preisklassen bis zum Gegenwert eines Kleinwagens und bunte und weniger bunte Trikots mit Werbung für Marken, mit denen man eigentlich nichts zu tun hat. Und nun offeriert ein Hotel in den Dolomiten den Premium-Radurlaub. Radfahren muss man dabei schon selbst. Dafür sind es die Rahmenbedingungen, die den Unterschied machen. Dazu gehört unser Guide, der eben weiß, wo die schönen Wege abseits des Trubels zu finden sind und mit dem wir die berühmte Sella Ronda, die Umrundung des Sella Massivs, mit Rädern absolvieren.

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