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Portugal : Portugals grüner Norden: Kultur und Natur im Portweinland

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Weltabgeschiedener Bauernhof im Tal des Rio Lima Bild: SRT/ Wolfgang Merkel

Grüne Täler und wilde Gebirge, feudale Landgüter und verträumte Dörfer. Nur langsam entdecken Touristen die reizvolle Berglandschaft.

          Der beste Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise durch Nordportugal ist Porto, die betriebsame Metropole am Douro. Dichtgedrängt staffeln sich die Häuser der Altstadt am Ufer des Flusses, überragt vom barock-verspielten Torre dos Clerigos, dem höchsten Kirchturm Portugals.

          Am gegenüberliegenden Ufer locken in Vila Nova de Gaia die Lagerhäuser, in denen der Portwein reift. Kaum ein Besucher versäumt es, einer der etwa 30 Gesellschaften einen Besuch abzustatten. Die meisten Kellereien - mit so bekannten Namen wie Sandeman, Cockburn's, Taylor's - bieten Führungen mit Weinprobe und Verkauf an (überwiegend Montag bis Freitag 9-12, 14-17.30 Uhr, von Mai bis Oktober auch samstags).

          Mehr als edle Tropfen

          Ein- oder zweitägige Schiffsausflüge führen ins romantische Douro-Tal, die Heimat des Portweins. Vorbei am verschlafenen Städtchen Régua geht die Tour durchs liebliche Tal. Weinstöcke klettern die sanften Hänge hinauf, dazwischen erheben sich kleine Bauernhäuser und feudale Weingüter.

          Aber die wasserreiche Bergwelt zwischen Régua und Chaves mit ihren vielen Weingütern bietet nicht nur edle Tropfen für den Gaumen: Im "Alto Tƒmega" entspringen zahlreiche Heilwässer. Als 1871 die "Aquae Flaviae" wiederentdeckt wurden, entwickelten sich Vila Pouca de Aguiar, Pedras Salgadas, Vidago und Chaves zu profitablen Kurorten. Heute zeugen nur noch wenige Häuser in reinem Art-Nouveau-Stil von der einstigen Pracht.

          Der Nationalpark ist das Revier der Wildkatzen

          Knapp eine Autostunde westlich von Chaves erstreckt sich im Grenzgebiet zu Spanien der 70.000 Hektar große Peneda-Geres-Nationalpark. Hier behaupten noch Wölfe und Wildkatzen, Wildpferde und Königsadler ihre Reviere zwischen Bergen, Seen und Wasserfällen.

          Ein paar bezaubernde Flecken sind mit dem Auto zu erreichen, etwa von der Straße zum Thermalort Caldas do Gerês oder auf der Hauptstraße von Chaves nach Braga. Einen herrlichen Blick über die grandiose Landschaft bietet die Terrasse der Pousada de Sao Bento (ein zur Luxusherberge umgebautes Jagdschlösschen) bei Canicada am gleichnamigen Stausee.

          Ein kleines Jagdschloss statt überfülltem Betonklotz

          Seit ein paar Jahren ziehen immer mehr Portugalurlauber ein stilvolles Herrenhaus des portugiesischen Hochadels den überfüllten Bettenburgen der Algarve als Ferienquartier vor. Darüber freuen sich Leute wie Graf Francisco de Calheiros, dessen Anwesen - wie die meisten der edlen Herbergen, Casas Nobres genannt - im grünen Tal des Flusses Lima liegt.

          "Turismo de Habitacao" nennt sich diese noble Form des Wohnens "mit Familienanschluss". Der Gast logiert inmitten kostbarer Antiquitäten, speist gemeinsam mit den Herrschaften vom edlen Familienporzellan und geht vielleicht mit dem Hausherrn auf die Jagd.

          Die Bauernhof-Variante

          Wer es weniger feudal, aber nicht minder gemütlich will, der findet bei der Variante "Turismo Rural" kleinere, rustikale Häuser in ländlichen Regionen. Dem in Deutschland bekannten Bauernhof-Urlaub am nächsten kommen die Häuser der Kategorie "Agroturismo". Je nach Ausstattung kosten Doppelzimmer mit Frühstück ab 60 Euro, Appartements sind ab etwa 100 Euro zu buchen.

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