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Oslo : Flanieren auf der Karl Johan

  • -Aktualisiert am

Winterstimmung in der Einkaufsstraße Karl Johan Bild: Frits Solvang

Vorbei am Parlament, am Stammcafè von Maler Edvard Munch, bis zum Schloss: Auf der Karl Johan zu flanieren ist wie ein kleiner Spaziergang durch die Geschichte der Stadt.

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          Ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtbummel durch die norwegische Hauptstadt ist der Hauptbahnhof. Nicht nur hier gibt sich Oslo als moderne europäische Metropole. Der Platz vor dem Bahnhof ist Oslos innerstädtischer Verkehrsknotenpunkt, Straßenbahnen und Busse kommen und gehen im Minutentakt.

          Hier beginnt auch die Karl Johan, Lebensader, Prachtstraße und Flaniermeile der Stadt. Sie ist die Antwort auf das hartnäckige Gerücht, Oslo sei eine langweilige Stadt und habe nur Provinzialität zu bieten. Läuft man die Karl Johan ein Stück entlang, tauchen als erstes die Basarhallen auf. In den Arkaden verstecken sich kleine Läden, eine bunte Mischung vom Antiquitätengeschäft bis zum Zeitungsladen, vom Obst- und Gemüsehändler bis zur Kleinkunst. Shopping ist Trumpf auf der Karl Johan und in den angrenzenden Nebenstraßen. Boutiquen offerieren die neueste Mode, das Einkaufszentrum Paleet lockt mit vielen kleinen Restaurants, und auch die großen Kaufhäuser Steen & Ström sowie Glas Magasinet befriedigen alle Wünsche.

          Hier tagt das Parlament an der Flaniermeile

          Auf halbem Weg zum Schloss öffnet sich die Karl Johan zu einer schmalen Grünanlage und dem Storting. Das altehrwürdige Parlamentsgebäude mit dem runden Mittelteil, den beiden Seitenflügeln und den von Löwen bewachten Auffahrten wirkt filigran. In ihm soll ein ganzes Parlament Platz haben? Welch ein bescheidenes Land! Nur die norwegische Fahne auf dem Dach lässt ahnen, dass im Storting hin und wieder getagt wird, ansonsten wirkt der Bau verlassen. Nirgendwo sind schwarze Staatskarossen oder Dienstwagen mit Stern und Flagge zu sehen, die vorfahren und eilige Parlamentarier absetzen.

          Speisen auf Henrik Ibsens Stammplatz

          Nicht zu übersehen ist das Grand Hotel, ein 100 Jahre alter Prachtbau mit dem Grand Café im Erdgeschoss. Schon immer traf sich hier die Prominenz. Henrik Ibsen hatte seinen Stammplatz im Grand Café, auch der Maler Edvard Munch und viele bekannte Künstler trafen sich hier. Heute ist das Grand Café eine Mischung aus Wiener Kaffeehaus und luxuriösem Restaurant mit dem Flair vergangener Zeiten. Der kleine runde Tisch des Dramatikers Ibsen steht noch immer gleich neben dem Eingang. Auch Stock, Zylinder und Brille liegen an ihrem Platz, so als ob er gleich mit grimmiger Miene herein käme.

          Spazieren bis zum Schloss

          Auf der Karl Johan kommt man dann noch an der Universität und dem Nationaltheater vorbei, vor dessen Eingang die Respekt gebietenden Figuren von Bjørnsterne Bjørnson, Henrik Ibsen und Ludvig Holberg stehen. Oslos Lebensader endet am Schloss, einem Empirebau mit großem Park, der einst für den norwegisch-schwedischen König Karl Johan errichtet wurde.

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