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Oman : Zentraloman: Die Mitte der Wüste

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Überleben dank Kamelne in der Wahiba Wüste Bild: Piepenburg/laif

Die Dünen schimmern rötlich und safranfarben in der Wahiba-Wüste. Bezwungen werden sie, dem Sonnenlauf folgend, mit einem Kamel. Davor stärkt man sich mit exotischen Leckereien und dem bekannt starken arabischen Kaffee.

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          Der Beduine kommt aus der sandigen Weite der Wahiba Wüste im zentralen Oman, um Reisegruppen zu einem Ausflug mit seinen Kamelen abzuholen. Da er keiner Uhrzeit, sondern dem Sonnenlauf folgt, wartet man auf ihn in einem kleinen Gästehaus am Rand der Wüste und verbringt die Zeit mit exotischen Speisen: Linsensuppe, dann Byriani, mit Cardamon gewürzter Reis, darin Huhn oder Fisch, Joghurtsauce, frischer Gurkensalat mit Oliven. Zum Abschluss sehr süße Orangen, kleine Bananen und Äpfel, die nach Rosen schmecken. Und in der kleinen Lobby des Gästehauses steht immer starker arabischer Kaffee, der in Porzellantässchen so klein wie Fingerhüte gereicht wird.

          Allrad contra Kamelkraft

          Irgendwann öffnet sich die Schwingtür und ein sonnengegerbter, sehr ranker Hühne weht in seiner Dishdasha herein. Er ist kein Mann der großen Worte. Vor dem Hotel hat er nicht etwa seine Kamele angebunden, sondern einen Allrad-Cruiser geparkt. Und bald rast er mit seinen Gästen über den schmelzenden Asphalt. Sonnenflirren in schwarzen Felsen, davor wie ein auslaufendes Meer bei Ebbe die ersten gelben Sandkräusel. Bald werden sie zu höheren Dünen in Safran und Rotschimmer.

          Plauderstunde unter endlosem Himmel

          Der Ausflug mit den Kamelen, die vor dem Start ein unbotmäßiges Unmutsgebrüll anstellen, wird zur Plauderstunde auf einem schaukelnden Schiff. Darüber endloser Himmel: klar und panzerglasschwer. Die Freiheit, ein traditionelles Nomadenleben außerhalb der staatlichen Fünfjahrespläne beizubehalten, hat ihm und einigen hundert anderen seiner Stammessippen niemand anderes als Sultan Qaboos gewährt.

          Sollen die Bedus Rennkamele züchten oder Touristen über die Dünen führen. Wer sonst könnte das Wissen weitergeben, wie man es mit der Anforderung der wasserlosesten Wüste der Erde auch in alle Zukunft aufnimmt. Hinter den Wahiba Sands erstreckt sich bald nur noch die Wüste Rub-al-Khali, das Leere Viertel, dessen riesige Sandwogen erst nach tausend Kilometern im subtropischen Gürtel des Dhofar anbranden.

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