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Oman : Die Haupstadt: Ein arabisches Märchen

  • -Aktualisiert am

Maskat: Die größte Moschee mit Platz für 20.000 Gläubige Bild: dpa

Ali Babas Räuberhöhle lädt ein: Zwischen handgefertigten Krummdolchen und den reich bestickten Kummas lagern auf dem Markt in Muscat Roleximitate. Stereoanlagen werden gleich neben Henna-gefüllten Säcken gehandelt.

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          Zwei Tage in Muscat zwischen Wunder und Realität: Da ist die Lobby des Al-Bustan-Palace, Muscats nobelstem Hotel. Das fast 40 Meter hohe Oktagon mit Kuppeln, Brunnen, Spiegeln und Marmorsäulen ist von Weihrauchduft angefüllt. Hotelpagen in arabischer Livrée machen das Bild vom Märchenpalast perfekt. Und vor der Veranda des Restaurants erstreckt sich unter den kahlen Wüstenbergen ein tropischer Garten, dahinter ein blütenweißer Strand aus Quarzsand.

          In diesen Hotels speisen Omanis und Touristen international. Im Mutrah-Souk dagegen finden sie eines der typischen Omani-Restaurants, in dem es eigens Männerräume und abgeteilte Plätze für Frauen oder Familien gibt. Für zwei Rial, umgerechnet zehn Mark, kommt dort der Reich­­tum des Meeres und der Duft des Orients auf die karierte Plastiktischdecke.

          Henna neben Roleximitat

          Die Ladenkojen des Souks quellen über. Hier Roleximitate und Stereoanlagen neben getrockneten Rosenblüten und Säcken mit Henna und Datteln, dort Dutzende blütenweiße Dishdashas, die weiten Gewänder der Männer, dazu die klassischen Zehensandalen. Nebenan meterhoch gestapelte Kummas, die ornamentreich bestickten Kappen, die die Omanis tragen, als seien sie ihnen an den Kopf gewachsen.

          Für Touristen ist der Souk ein Labyrinth wie Ali Babas Räuberhöhle, besonders der Silbersouk, wo Beduinenschmuck, Schatullen und handgefertigte Krummdolche mit ziseliertem Schaft teuer verhandelt werden. Omanis hingegen bevorzugen die Designer-Boutiquen auf den Marmoretagen des hypermodernen Subco-Shoppingcenters.

          Omanisierung

          Im Oman Daily Observer liest man in der Rubrik "Omanis privat" das Portrait des 24-jährigen Khamis Salim. Eigentlich galt seine einzige Leidenschaft dem Fußball. Doch seit der Sultan zur Omanisierung, das heißt zur Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von ausländischen Beratern aufgerufen hat, setzt auch der junge Salim den Job als Bankangestellter an erste Stelle. Und Ali Humaid, der für westliche Klassikmusik schwärmt, hat sich auf das Internet spezialisiert und betont seinen Stolz auf die Gründung des Royal Omani Symphony Orchestra. Auf solche Weise soll es nach Wunsch des Sultans dem ganzen Volk gelingen, die Entwicklung von Arbeit und Kultur selbstbewusst und verantwortungsvoll vorantreiben und gleichzeitig die Traditionen des Landes zu bewahren.

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