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Oktoberfest : Oktoberfest 2001 trotz des Terrors

  • -Aktualisiert am

Ungebrochene Fröhlichkeit auf der Wies´n Bild: dpa

Das Oktoberfest findet auch in diesem Jahr statt, allerdings ohne den Einzug der Wiesenwirte. Auch das altbekannte „O'zapft is“ wird nicht erklingen.

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          Nach langem Überlegen hat der Münchner Ältestenrat eine Entscheidung getroffen: Die Wiesn 2001 wird stattfinden, trotz des Schattens, der wegen der Terroranschläge auf die Vereinigten Staaten über dem Fest liegt.

          Ganz ungehemmt gefeiert wird aber dennoch nicht: Es gibt ein Oktoberfest mit Einschränkungen. Der Einzug der Festwirte, das Feuerwerk und das „O'zapft is“-Ritual werden dieses Jahr ausfallen. Stattdessen ist ein großer Gedenkgottesdienst geplant, und die eingesparten Kosten kommen einem Fond zu Gunsten der Opfer der Anschläge zu Gute.

          Zwischen Maß und Blasmusik

          Am 22. September geht es also los: Rund sechs Millionen Gäste strömen jährlich in die Zelte der Münchner Brauereien und trinken dabei über fünf Millionen Liter Bier. Dazu werden 700.000 Brathendl, 60.000 Schweinshaxen und fast 100 Ochsen serviert. Trotz der Trauer hält vermutlich auch in diesem Jahr Münchner Glückseligkeit Einzug: Auf den Musikbühnen musizieren Dutzende von Blaskapellen, in den Gassen tanzen die Besucher. Draußen weht ein süßer Duft von gebrannten Mandeln, türkischem Honig und frischem Lebkuchen. Für Bauchkribbeln sorgen zahlreiche Fahrgeschäfte. Premiere haben in diesem Jahr die Achterbahn "Cyberspace", die Geisterbahn "Fahrt zur Hölle“ und ein nostalgisches Pferdekarussell.

          1,4 Milliarden Mark Umsatz

          Das Oktoberfest ist für den Tourismus in der Landeshauptstadt seit Jahren eines der wichtigsten Touristik-Zugpferde, ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor. Rund 1,4 Milliarden Mark wurden im vergangenen Jahr umgesetzt. Auf dem Festgelände gaben die Besucher etwa 450 Millionen Mark aus, weitere 380 Millionen wurden in Einkäufe, Taxis, Bahnfahrten und Verpflegung investiert. Annähernd 560 Millionen Mark kamen aus den Einnahmen für Übernachtungen.

          Als Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I. von Bayern, am 12. Oktober 1810 seine Hochzeit mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen feierte, ahnte noch niemand, dass sich zu den Festlichkeiten, die seitdem fast jedes Jahr im Oktober gefeiert wurden, so viele Menschen einfinden würden. Aus der Hochzeitsfeier entwickelte sich im Laufe der Jahre ein riesiges Spektakel, das neben Münchnern mittlerweile mehrere Millionen ausländische Gäste anlockt.

          Die Schattenseiten der Bierseligkeit

          Doch nicht alle sind glücklich über die Wiesn. So legen Dutzende von Anwohnern ihren Jahresurlaub jedes Jahr auf die letzten beiden Septemberwochen, um dem Lärm und den Tausenden trunkener Besucher aus dem Weg zu gehen. Polizei und Ordnungsdienste müssen täglich zahlreiche Raufereien schlichten. Vor allem an den Wochenenden haben die Ordnungshüter alle Hände voll zu tun. Viele Zelte schließen wegen Überfüllung schon um drei Uhr nachmittags ihre Tore.

          Für einen entspannten Bummel über das Oktoberfest eignet sich am besten einer der Wochentage, denn dann ist in den meisten Zelten genug Platz, um in aller Ruhe ein kühles Bier zu genießen. Einziger Wermutstropfen: Die Maß kostet in diesem Jahr bis zu 12,80 Mark.

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