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Ohne Auto in den Skiurlaub : Nächster Halt: Skigebiet

  • -Aktualisiert am

Mit diesem Plakat von Hans Jegerlehner wurde in der Schweiz schon in den Fünfziger Jahren die Anreise per Bahn beworben. Bild: Bridgeman Images

Ohne Auto in den Winterurlaub? Klingt beschwerlich, kann aber ziemlich bequem sein. Mancherorts wird man sogar belohnt.

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          Auf den ersten Blick ist Vierschach ein unscheinbares Dorf an der Pustertaler Straße wenige Kilometer von der Grenze Südtirols zu Österreich entfernt. Doch das täuscht. Vierschach hat Qualitäten, von denen viele Wintersportler heute träumen. Mit dem Pustertaler Ski-Express kommen sie entspannt per Bahn über Bruneck an, steigen am neuen Bahnhof aus, wechseln vom Bahnsteig auf eine Brücke über die Straße und stehen in der ebenfalls neuen, modernen Talstation, einem kantigen Glasbau mit Restaurant, Bar, Skiverleih und Ticketschalter. Draußen schnallen sie die Skier an und gleiten ein paar Meter über den Schnee zur Kabinenbahn, die sie hinauf zur Bergstation am Helm und in den Skizirkus Drei Zinnen bringt, 100 Pistenkilometer, inklusive der steilsten Piste Südtirols. Bequemer und dabei auch ökologisch vernünftiger kann man kaum auf die Piste kommen.

          Die Kombination aus Bahnhof, Talstation und dem Ski-Express, der in halbstündlicher Frequenz durch das Pustertal fährt, ist derzeit mit das Beste, was es für bahnfahrende Skisportler in den Alpen gibt. Ähnlich wie in Vierschach bietet auch Percha bei Bruneck eine solche Kombination; dort startet die Seilbahn hinauf zum Kronplatz mit 119 Pistenkilometern auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig.

          Mit der Bahn in den Skiurlaub zu reisen, das war wahrscheinlich bis auf die Urzeiten des Skitourismus noch nie so angesagt wie heute. Ob es auch einfacher ist als früher, das hängt sehr davon ab, welches Ziel man wählt. In jedem Fall sollte das Skigebiet eine Bahnstation haben, sollten auch Unterkünfte idealerweise fußläufig erreichbar sein. Das schränkt die Auswahl schon ziemlich ein. Wenn man dann noch Wert darauf legt, dass es von Deutschlands Metropolen aus möglichst direkte Bahnverbindungen gibt, bleibt nicht mehr viel übrig. Das größte Problem für den bahnreisenden Wintersportler war immer schon die Anreise vor allem auf den letzten Metern oder Kilometern zum Ziel. Das Gepäck ist heute weniger problematisch als früher. Einmal bietet die Deutsche Bahn den Transport von Haus zu Haus ab 17,90 Euro an. Dann bevorzugen es immer mehr Winterurlauber, sich vor Ort die Skiausrüstung zu leihen, was dazu den Vorteil hat, dass die Skier aktuelle Modelle sind und frisch präpariert. Überfüllte Züge und unsichere Fahrzeiten schrecken aber immer noch viele ab.

          Köln - Oberstdorf: 5:23 Stunden

          Angesichts des zunehmenden ökologischen Bewusstseins arbeitet die Deutsche Bahn am Ausbau der Angebote. Erst vor kurzem kündigte sie den Kauf weiterer 30 Hochgeschwindigkeitszüge an. In der kommenden Wintersaison gibt es laut Bahn tägliche Verbindungen von Hamburg und vom Rhein/Ruhrgebiet nach Oberstdorf, Berchtesgaden und Salzburg und weiter bis Schladming. Die Sprinter-Verbindung von Berlin nach München rückt auch die Hauptstadt näher an die Alpen heran. Und von Hamburg oder Stuttgart fahren auch täglich Züge nach Zürich und weiter nach Chur, wo man zum Beispiel auf die Rhätische Bahn ins Engadin wechseln kann. An den Wochenenden bietet die Deutsche Bahn auch Verbindungen von Hamburg nach Seefeld und Innsbruck sowie nach Kitzbühel an sowie vom Rhein/Ruhrgebiet nach Garmisch-Partenkirchen und Seefeld. Dank einer Partnerschaft zwischen der Deutschen Bahn und der österreichischen ÖBB verkehrt der österreichische Nightjet jede Nacht zwischen mehreren deutschen Großstädten und Salzburg und Innsbruck, teils auch mit Autotransport. Ab diesem Winter gibt es auch ein Nightjet-Kombiticket in vier Tiroler Skigebiete. Das heißt: Wer morgens in Innsbruck oder Wörgl ankommt, wird dort vom Bahnhof-Shuttle abgeholt und direkt zur Piste gefahren.

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