https://www.faz.net/-gxh-3ghs

Norwegens Fjorde : Vom Dalsnibba zum Trollstigen

  • -Aktualisiert am

Der meistfotografierte seiner Art: der Geirangerfjord Bild: Eide/NTR

Was ein echter Troll ist, sollte auf einer Hochzeitsgesellschaft in Norwegen hübsch bei der Gästeschar bleiben. Anderenfalls droht ihm ein steiniges Schicksal.

          2 Min.

          Der Abstecher zum 1.476 Meter hohen Dalsnibba gehört zu jeder Fahrt nach Westnorwegen. Umwerfend die Aussicht vom Gipfel: Die Straße führt in weiten Kurven zum Fjord hinab, in der Ferne sind der Geirangerfjord und dahinter der Örnevegen zu sehen, dessen Serpentinen am Berghang kleben. Vom Dalsnibba ist der berühmte Geirangerfjord, das bekannteste Fotomotiv Norwegens, der schönste Fjord des Landes, die Touristenattraktion schlechthin, nur noch 16 Kilometer entfernt.

          Auf dem Weg zum Fjord der Fjorde wartet dann noch der Fotostop am Flydalsjuvet. Hier werden also die berühmten Kalenderbilder vom Geirangerfjord geschossen! Auf dem dunklen Wasser liegen die weißen Kreuzfahrtschiffe, manchmal fünf zur gleichen Zeit, eingerahmt von hohen Bergen.

          Typisch norwegisch? Nur außerhalb des Tourismus

          Eigentlich ist Geiranger nur ein Dorf mit 300 Einwohnern, doch so viel Schönheit lässt die Einwohnerzahl im Sommer explodieren. Dann platzt der kleine Ort aus allen Nähten, von der Fähre aus Hellesylt rollen die Autos, eine Schlange wartet schon auf die nächste Abfahrt. Souvenirläden bieten Norwegerpullover, Trolle, Tischdecken, Käsehobel und ähnlich Typisches an. Geiranger hat zwar den Bilderbuchfjord des Landes, ansonsten geht es hier während der Sommermonate aber ganz und gar nicht typisch norwegisch zu.

          Die sieben Schwestern hinter dem Brautschleier

          Die Uferstraße führt schließlich zum Örnevegen, dem Adlerweg, dessen Serpentinen Autofahrer nach Eidsdal bringen. Von einer der letzten Serpentinen hat man dann noch einen Blick in den leicht geschwungenen Geirangerfjord. Glück hat, wer eines der strahlend weißen, von der Sonne beschienenen Schiffe im Dunstschleier zwischen den senkrechten Felswänden verschwinden sieht auf seinem Weg zu den Wasserfällen mit klangvollen Namen wie "Brautschleier" oder "Die Sieben Schwestern".

          Auf der "Golden Route" geht die Fahrt weiter durch eine grüne Almenlandschaft, durch das dünn besiedelte Valldal und das Meirdal zum Trollstigen. Dieses Meisterwerk der norwegischen Straßenbauer liegt inmitten einer der wildesten Landschaften des Landes. Elf Serpentinen falten das Asphaltband kunstvoll zusammen, mittendrin stürzen die Wassermassen des Stigfoss direkt neben der Straße 180 Meter in die Tiefe.

          Das Los der Trolle, die trödelten

          Dann tauchen die Trolltindane mit ihrem charakteristischen Profil aus Nadeln und kleinen Türmchen auf. Der Sage nach sollen sie in grauer Vorzeit Trolle mit rüsselförmigen Nasen, kleinen Augen und struppigen Haaren aus Moosen und Wurzeln gewesen sein. Zu einer Hochzeitsgesellschaft hätten sie gehört, die auf dem Weg zur Kirche getrödelt hat und, als die Sonne am nächsten Tag aufging, zu Stein wurden. So wie es in Norwegen mit allen unaufmerksamen Trollen geschieht.

          Weitere Themen

          Totes Holz gibt neues Leben

          FAZ Plus Artikel: Nationalpark Kellerwald : Totes Holz gibt neues Leben

          Deutschlands alte Buchenwälder feiern ihr zehntes Jubiläum als Weltkulturerbe. Der Nationalpark Kellerwald beteiligt sich mit einer Erweiterung seiner Fläche – diese umfasst auch spektakuläre Steilhänge am Nordufer des Edersees.

          Topmeldungen

          Die HMS Defender bei ihrer Ankunft im Hafen von Odessa am 18. Juni

          Vorfall im Schwarzen Meer : Wollte die Royal Navy Russland provozieren?

          In Großbritannien verstärkt sich der Eindruck, dass die Royal Navy im Schwarzen Meer ein Zeichen setzen wollte. Moskau droht für Wiederholungen mit Bombenangriffen „nicht einfach in den Kurs, sondern auf das Ziel“.
          Der neue Bosch-Chef Stefan Hartung

          Generationswechsel : Bosch baut seine Führung komplett um

          Dass Stefan Hartung an die Spitze des Technologiekonzerns aufrückt, war schon länger klar. Doch wie groß der Umbau ausfällt, überrascht. Vor allem die neue Position des bisherigen Chefs erregt Aufmerksamkeit.

          Probleme des DFB-Teams : Höggschde Fahrigkeit

          Der Unterschied zur WM 2018, als Deutschland krachend vom hohen Ross fiel, besteht in erster Linie darin, dass sich „die Mannschaft“ nun wehrte. Das Grundproblem aber hat sich nicht verändert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.