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Norwegens Fjorde : Meisterwerke der Eisenbahnbauer

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Kommt sie oder kommt sie nicht? Für die Bergensbahn gelten eigene Gesetze Bild: srt

Es geht immer ein Zug, die Frage ist nur wann. Für eine Fahrt mit der Bergensbahn sind Geduld und guten Nerven vonnöten, belohnt wird man dafür mit wunderschönen Landschaftsausblicken.

          2 Min.

          Knapp sieben Stunden benötigt die Bergensbahn von Oslo zur größten Stadt an der Westküste. Für 470 Kilometer ist das nicht gerade rekordverdächtig, aber im Fjordland gelten eigene Gesetze. Hier hat es jeder Kilometer in sich, auch machen un-zählige Tunnel den Schienenstrang nicht gerade zur Rennstrecke. Doch vielen geht es gar nicht darum, möglichst schnell anzukommen. Für sie ist die Fahrt mit der Bergensbahn ein Erlebnis auf einer der schönsten Eisenbahnstrecken der Welt.

          Da macht es auch nichts, dass selbst heute noch Züge im Winter auf der Hardangervidda im Schnee stecken bleiben, trotz des Einsatzes riesiger Schneefräsen. Das Gebirge wehrt sich hartnäckig gegen die ganzjährige Bahnverbindung an die Küste. Die meisten Passagiere tragen Verzögerungen mit Humor. Auch Lokführer und Schaffner machen in Optimismus und verkünden: "Es geht immer ein Zug!"

          Zurück zur Langsamkeit

          Nach dem Überqueren der Hardangervidda fährt der Zug mehr im Tunnel als im Tageslicht. Wer zum Fenster raussieht, der wird schnell vom Stroboskopeffekt genervt. Innerhalb eines Sekundenbruchteils wird das Auge gewaltsam von der Landschaft getrennt und nach einigen Sekunden mit einer neuen Perspektive konfrontiert. Die Reise ins Fjordland wird so zur einer langen Reihe von Momentaufnahmen. Vielleicht sollten die Züge einfach wieder langsamer fahren, so wie auf der Eröffnungsfahrt 1908, als die Reise nach Bergen noch 21 Stunden dauerte.

          Absolute Leistungsgrenze für Eisenbahnen

          Nach dem großen Erfolg der Bergensbahn beschloss das norwegische Parlament 1923 in euphorischer Stimmung eine weitere Erschließung des Fjordlandes mit den Stichstecken nach Granvin am Hardangerfjord und nach Flåm am Auerlandsfjord. Besonders die 20 Kilometer lange Flåmbahn galt damals als Meisterwerk des Eisenbahnbaus.

          Heute machen sich die Züge der Flåmbahn im Stundentakt auf den Weg, fast immer voll beladen mit Touristen aus aller Welt. Nur im Schneckentempo geht es voran, so steil ist die Strecke. Auf 18 Kilometern sind 900 Höhenmeter zu überwinden. Mehr ist mit einer normalen Eisenbahn kaum zu schaffen. Gut dass der Lokführer bei dieser Panoramatour die schweren roten Bremsklötze immer neben sich liegen hat.

          Ein harter Nebenjob

          Am Vatnahalsen, dem berühmtesten Aussichtspunkt, hat man den besten Blick ins Flåmtal, das fast das ganze Jahr von schneebedeckten Bergen eingerahmt wird. Als Tribut an die vielen amerikanischen und japanischen Touristen tanzen beim Stop am Kjosfossen auch schon mal zwei "Huldras" in langen, roten Kleidern hinter den Wasserschleiern zu mystischer Musik. Auf der ersten Fahrt am Morgen fahren die beiden Studentinnen mit nach oben, bei der letzten Fahrt werden sie völlig durchnässt wieder abgeholt.

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