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Norwegens Fjorde : Luftige Kanzel 600 Meter über dem Fjord

  • -Aktualisiert am

Das richtige Prekestolen-Erlebnis muss man sich erarbeiten - zu Fuß Bild: Eide/NTR

Eine Seilbahn wäre die bequemste Art, den Prekestolen zu besteigen - hier aber weigern sich die Norweger konsequent, und so bleibt der unvergleichliche Ausblick der Lohn für den zweistündigen, schweißtreibenden Aufstieg.

          1 Min.

          Der 40 Kilometer lange, aber oft nur einen Kilometer breite Lysefjord bei Stavanger ist mit seinen steilen Felswänden einer der spektakulärsten Fjorde Norwegens. Für einen ersten Eindruck sollte man in Stavanger einen der Ausflugsdampfer besteigen, die zum Fuß des Prekestolen fahren. Oder man nimmt die Fähre nach Lysebotn am östlichen Ende des Fjordes, wo die Welt zu Ende zu sein scheint.

          Doch eine spektakuläre Straße führt aus der Sackgasse. Über 27 Haarnadelkurven schraubt sich die Lysefjordstraße an der fast senkrechten Felswand hinauf, mit immer atemraubenderen Blicken in die Tiefe. Auch der weitere Verlauf der Straße bis ins Setesdal zählt zu den Highlights eines Norwegenurlaubs.

          Die Belohnung folgt auf den Fuß(weg nach oben)

          Doch das richtige Prekestolen-Erlebnis muss man sich erarbeiten - zu Fuß. Zwei Stunden dauert die Wanderung durch die hügelige, sattgrüne Mittelgebirgslandschaft bis zur Felskanzel. 300 Höhenmeter sind zu überwinden. Unterwegs versperren einige Felsbrocken den Weg, aber für die meisten ist es ein einfacher Tagesausflug, eine Genusstour.

          Wenn dann kurz vor dem Ziel die imponierende Silhouette des Prekestolen ins Blickfeld kommt, weiß man, wofür man geschwitzt hat. Rund 25 mal 25 Meter misst die brettebene Felskanzel, deren Wände senkrecht, teilweise sogar überhängend abbrechen. Unvergleichlich ist der Ausblick auf den grünen Lysefjord und die wilde, zerklüftete Bergwelt. Auf dem Bauch robben die meisten ganz vorsichtig bis an die Kante vor, werfen einen Blick in die Tiefe. Wie Spielzeuge wirken die Ausflugsboote auf der 600 Meter weiter unten liegende Wasseroberfläche.

          Nein zur Seilbahn!

          Vor einigen Jahren ging ein Aufschrei durchs Land: Der Prekestolen sollte eine Seilbahn bekommen! Wenn sich jedes Jahr rund 60.000 Touristen auf den Weg zu Norwegens bekanntestem Aussichtspunkt machen, sollte man meinen, dass eine Seilbahn, die in zwei Minuten auf die Kanzel führt, keinen stört. Doch für die meisten Norweger wäre der Prekestolen dann nicht mehr derselbe. Eine Seilbahn würde die Natur verschandeln und die Intensität des Naturerlebnisses schmälern! So bleiben die Norweger weiterhin ihrem Grundsatz treu, dass die Erschließung von Gipfeln durch Seilbahnen konsequent abzulehnen ist.

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