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Neue Langstreckenflüge : Fernweh stillen ab Berlin

  • -Aktualisiert am

Go West: Die Billiglangstrecken-Airline Norse fliegt ab August täglich von Berlin nach New York-JFK und dreimal die Woche nach Los Angeles. Bild: dpa

Erleben Billigairlines auf der Langstrecke eine Renaissance? In Deutschland landen nun die ersten Anbieter am Hauptstadtflughafen.

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          Airline-Chefs schwingen meist salbungsvolle Worte, wenn sie den ersten Flug ihrer neu gegründeten Firma auf den Weg schicken. Bjørn Tore Larsen ist da eine Ausnahme, typisch Norweger: „Ich habe jetzt nur ein Ziel, und das ist, nicht pleitezugehen“, sagte er vor dem Erstflug seines Langstrecken-Billigfliegers Norse Atlantic Airways, der Mitte Juni erstmals von Oslo nach New York abhob. „Jeder weiß, dass es nahe am Wahnsinn ist, eine neue Airline zu starten, und in jedem Fall ein sehr guter Weg, um sehr viel Geld zu verlieren. Aber was uns betrifft, bin ich überzeugt, dass wir unsere Kunden zufriedenstellen werden und dabei Gewinn einfliegen.“ Wem das irgendwie bekannt vorkommt, Billiglinie aus Norwegen fliegt Langstrecke, der liegt völlig richtig. Von 2013 bis 2021 flog Norwegian Air Shuttle (unter dem Markennamen Norwegian) mit in der Spitzenzeit 32 modernen Boeing-787-Dreamliner-Jets unter anderem Transatlantikstrecken und nach Asien. Obwohl die Langstrecken angeblich profitabel waren, geriet Norwegian auch wegen übertriebener Expansion an den Rand der Pleite, heute fliegt sie mit kleineren Boeing 737 nur noch innerhalb Europas. Bjørn Tore Larsen konzentriert sich nur auf den potentiell weiter lukrativen Langstrecken-Billigmarkt. „Wir werden nur eins tun: Sie auf Langstrecken mit einem einzigen Flugzeugtyp befördern.“

          In 13 Stunden von Berlin nach Singapur

          Jetzt können die Berliner hoffen, bald davon zu profitieren. Nachdem Norwegian nie Langstrecken aus Deutschland geflogen war, richtet Norse Mitte August am Flughafen BER eine dritte Basis neben Oslo und London-Gatwick ein. Ab dem Hauptstadtflughafen, der schon seit Tegeler Zeiten nach Direktverbindungen auf der Langstrecke hungert und nur wenige bekommt – Berlin bietet für die meisten großen Airlines zu wenig lukrative Geschäftsreisende –, geht es jetzt nonstop gleich zu zwei Zielen in den USA: ab dem 17. August täglich nach New York-JFK zur späten Abflugzeit von 19.20 Uhr und ab dem 19. August erstmals ohne Zwischenlandung dreimal die Woche nach Los Angeles, zu unterschiedlichen Abflugzeiten. Die Ab-Preise sind Lockangebote: ab 159 Euro pro Strecke nach New York (Rückweg ab 113 Euro) und ab 188 Euro einfach nach Los Angeles (zurück ab 181 Euro). Dafür gibt es aber nur einen Sitzplatz, und man darf nur eine kleine Tasche mitnehmen, die darunterpasst. Da das kaum jemand machen wird, sondern einen Koffer aufgeben, ein größeres Handgepäckstück mitnehmen und an Bord essen will, kostet es am Ende von Berlin nach New York und zurück 460 Euro inklusive dieser Annehmlichkeiten (aber ohne Getränke, Kopfhörer, Decken – die kosten extra). Bei United Airlines, die auch nonstop von Berlin nach Newark bei New York fliegt, gibt es den Flug ohne Gepäck (aber inklusive alles anderen) im September schon ab 396 Euro, mit Extras kostet es hundert Euro mehr.

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