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Namibia : Die Wüste als wogendes Blütenmeer

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Die Wüste lebt, besonders kurz nach einem Regenschauer Bild: srt/Fabian v. Poser

Heiß, trocken, kahl? Nicht unbedingt. Die Namib kann auch anders, und überrascht uns mit Regen, Eiseskälte und einem unglaublichen Blütenmeer.

          Die Namib kann auch anders: Es regnet. Dicke Tropfen plumpsen aus den bauchigen Wolken über dem Aub-Canyon. Ein Wunder in dieser Region, in der der jährliche Niederschlag selten mehr als 100 Millimeter beträgt. Und wie in Bernhard Grzimeks Film "Die Wüste lebt" verwandelt sich die karge Landschaft nach einem satten Regenguss binnen weniger Stunden in ein buntes Meer aus Halmen und Blüten.

          Überall sprießt es. Auf den steinigen Flächen wogt das Silbergras, ganze Täler leuchten in sattem Gelb. Auch für Tiere ein Segen: Sie brauchen nicht mehr Kilometer weit für ein paar Tropfen Wasser zu laufen. In kleinen Mulden, Felsspalten und in den ausgetrockneten Flussbetten sammelt sich das Wasser und hält sich dort wochenlang.

          Nachtlager unter Sternen

          Das Camp am Uniab-Revier ist unsere letzte Herberge vor der Rückkehr in die Zivilisation. Links und rechts des sandigen Flussbetts türmen sich meterhohe Steilwände. Im Laufe von Jahrtausenden hat sich der Fluss seinen Weg durch die Felsen gefräst. Kaum vorstellbar, dass der Uniab manchmal meterhoch Wasser führt. Wir schlagen unser Zelt auf einem Felsvorsprung auf. Die Betten sind schnell gemacht.

          Beim Abendessen erzählt Joe Geschichten aus seinem Leben, von seiner Zeit als Landvermesser, seiner Liebe zur Wüste und seinen Wanderungen. Später sinken wir erschöpft in den Schlaf, über uns das leuchtende Sternendach der Namib.

          Der Nebel, der der Namib das Leben schenkt

          Am letzten Morgen ist die Welt draußen wie verwandelt. Die Schuhe sind klamm. Der Schlafsack tropft vor Nässe. Als ich aus dem Zelt krieche, sehe ich kaum das andere Ufer. Der Uniab präsentiert sich grau in grau. Die Temperatur ist über Nacht auf eine einstellige Gradzahl gesunken. Fast zwei Stunden dauert es, bis die Sonne ihre ersten wärmenden Strahlen auf den feuchten Wüstensand wirft. Verantwortlich dafür ist der morgendliche Küstennebel, der vom Atlantik her manchmal bis zu 80 Kilometer in das Landesinnere dringt, und seinen feuchten Schleier über die Wüste legt. Es ist der Nebel, der der Namib das Leben schenkt.

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