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Namibia : Die letzten frei lebenden Nashörner der Erde

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Nashornhaut: Streng Verbotenes Souvenir aus dem Damaraland Bild: srt/Fabian v. Poser

Rhinozerosse haben gelernt, sich gegen Störenfriede zur Wehr zu setzen. Trotzdem brauchen die rund 130 Exemplare besonderen Schutz vom Menschen.

          "Springböcke auf zehn Uhr, Zebras auf zwölf", kündigt Joe im Viertelstundentakt an. "Wunderbar", denke ich schon am zweiten Marschtag. "Wenn wir nicht nur schon so verflixt viele Antilopen, Zebras und Springböcke gesehen hätten. Wo sind all die anderen Tiere?"

          Selbst wer zwei Wochen lang tagein, tagaus auf leisen Sohlen durch die Wüste schleicht, der sollte Regel Nummer eins aus jedem Safari-Manual kennen: Das, was Du sehen willst, siehst Du nie. Und so ist es pure Ironie, dass uns Uschi, die uns zwei Wochen lang mit dem Jeep folgte, mit der Nase auf unser erstes Rhino stoßen musste. Ausgerechnet sie hatte die Nashornkuh mit ihrem Kalb im Flussbett ausgemacht, die uns später auf den Busch jagte. Mit dem knatternden Auto, während wir ein paar Kilometer weiter zu Fuß vermeintlich lautlos durch die Wüste stapften.

          Aliens im Nashornland

          Das Schwarze Nashorn des Damaralandes mag kein besonders gastfreundlicher Zeitgenosse sein. Wer kann es ihm auch verdenken, wenn es von sieben Außerirdischen aufgescheucht wird. Dafür ist es weltweit die einzige Nashornspezies, die noch auf kommunalem Land vollkommen ohne Schutzstatus lebt.

          Nach Schätzungen des Save the Rhino Trust (SRT) leben noch zirka 100 bis 130 Nashörner in der Region. Vor über zwei Jahrzehnten, als der Bestand in Folge der Wilderei fast ausgerottet war, taten sich Wissenschaftler, Farmer und Naturschützer zusammen, um das Aussterben der Tiere auf öffentlichem Boden zu verhindern. Geboren war der SRT, der sich seitdem, unterstützt von zahlreichen europäischen Geldgebern, um den Fortbestand der Nashörner kümmert.

          Save the Rhinos!

          Eine zentrale Aufgabe des SRT ist es, die Tiere vor Wilderern zu schützen. So werden mittlerweile drakonische Strafen gegen sie verhängt. Die Ausfuhr eines einzigen Horns wird mit 5.000 Namib-Dollar, etwa 430 Euro, geahndet. Viel Geld, wenn man bedenkt, dass ein Arbeiter durchschnittlich etwa 30 Euro im Monat verdient. Zum Schutz der Tiere scheut der SRT auch keine ungewöhnlichen Methoden: Um sich in dem unwegsamen Gelände schneller fortzubewegen und die Tiere besser beobachten zu können, reiten die Mitarbeiter seit einiger Zeit im Kamelsattel durch die Namib. "Kamele haben einen großen Vorteil", sagt Simson Uri-Khob, Director of Fieldstaff des SRT. "Sie sind das Wüstenklima gewöhnt."

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