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Wintersport : Alltagsflucht statt Abfahrtsrausch

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Es ist ganz offensichtlich, daß der Winter für Nichtskifahrer immer attraktiver wird. Gleichwohl gibt es auch vielfältige Bemühungen, dem Skifahrer das Leben auf der Piste angenehmer zu machen. Der sich schon im vergangenen Winter abzeichnende Trend, Gäste mit beheizten Sesselliften zu locken, setzt sich in dieser Saison fort. Ansonsten werden allerorten alte Schlepplifte durch moderne Sessellifte, alte Sessellifte durch moderne Gondelbahnen ersetzt und Beschneiungsanlagen ausgebaut. Das ist "business as usual". Ungewöhnlich ist freilich, daß nun einige einfallsreiche Liftbetreiber mit kleinen Aufmerksamkeiten den Wintersportler hofieren. Im österreichischen Skiort Zauchensee tragen Studenten in kuriosen Verkleidungen mit Plastik-Muskelbody und Zylinder den Damen Skier oder Snowboard zum Lift, während sogenannte Pistenpagen Süßigkeiten auf den Abfahrten verteilen. Ganz ähnlich arbeiten die Pistenbutler auf der nicht weit entfernten Turracher Höhe. Der Butler fährt im Snowmobil im Mercedes-Design durchs Skigebiet und bringt ein Glas Sekt für die Großen und Süßes für die Kleinen.

Der Skilehrer bittet zum Tanz

Daß Skifahren endlich wieder Spaß machen muß, wird überall gefordert. Jetzt machen die Ferienorte ernst damit. Manche Wintersportzentren wie Mürzzuschlag vertrauen dabei auf die Vergangenheit und bieten einen "NostalSkikurs" mit der Kleidung und Ausrüstung der zwanziger Jahre an; die Zeitreise samt zweier Übernachtungen mit Halbpension, Skiern und Kursusgebühr gibt es für 265 Euro. Andere Orte haben sich noch Kurioseres einfallen lassen. So wirbt St. Jakob in der Steiermark jetzt mit einem mobilen Pistenklo für Kinder: hineinfahren, Geschäft erledigen und auf der anderen Seite wieder herausfahren, ganz einfach. Im Notfall, so heißt es, dürfen auch Erwachsene an dieser Errungenschaft teilhaben.

Viele große Skiorte haben sich in den vergangenen Jahren auf bombastische Events als Zugpferd verlassen. Doch die Zeiten der spektakulären Konzerte und Prominentenaufmärsche scheint vorbei zu sein. Ob Paris Hilton in Ischgl per Helikopter einfliegt und für einen Dosenprosecco namens "Rich" wirbt, interessiert nur noch ein versprengtes Partyvölkchen. Offensichtlich geht es auch hier wieder in Richtung gute alte Zeiten. Daß man mit einfachen Mitteln Tausende von Besuchern anlocken kann, zeigt das Skigebiet Hochkönig im Salzburger Land: In knapp zwanzig Skihütten spielen Volksmusikgruppen auf, während auf den Pisten drei Nostalgiegruppen mit der Ausrüstung aus dem Skimuseum Werfenweng unterwegs sind. Und sogar ganz traditionelle Freizeitvergnügen wie der Paartanz kommen wieder in Mode. Deswegen hat man im Tiroler Alpbachtal die Skilehrer in den Tanzkursus geschickt, damit sie in diesem Winter den Damen beim Après-Ski ein würdiger Partner sind.

Bayern Tourismus: Leopoldstraße 146, 80804 München, Telefon: 089/2123970, E-Mail: tourismus@bayern.info, Internet: www.bayern.by.

Österreich Information: Postfach 83, A-1043 Wien, Tel.: 01802/101818, E-Mail: urlaub@austria.info, Internet: www.austria.info.

Schweiz Tourismus: Roßmarkt 23, 60070 Frankfurt, Tel.: 00800/10020030, E-Mail: information@stc.ch, Internet: www.MySwitzerland.com.

Südtirol Information: Pfarrplatz 11, I-39100 Bozen, Telefon: 0039/0471/999 999, E-Mail: info@suedtirol.info, Internet: www.suedtirol.info.

Maison de la France: Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Telefon: 0900/1570025, E-Mail: info.de@franceguide.com, Internet: www.franceguide.com.

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