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Wintersport : Alltagsflucht statt Abfahrtsrausch

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Leben wie ein Eskimo

Auch bei den Skitouren haben sich sportliche Veranstaltungen inzwischen etabliert. Zu den bekanntesten zählen die "Mountain Attack" in Saalbach, bei der zu später Abendstunde die Kombattanten drei Berge und mehr als dreitausend Höhenmeter bergauf und bergab meistern, und das ebenfalls abends stattfindene Sella Ronda-Rennen in den Dolomiten: Von Wolkenstein geht es über das Grödner Joch nach Corvara, dann über den Campolongo-Paß und den Pordoipaß nach Canazei und schließlich über das Sellajoch zurück nach Wolkenstein in etwas mehr als drei Stunden.

Es gibt aber auch weniger anstrengende Möglichkeiten, die Nächte auf den winterlichen Gipfeln zu verbringen - was offensichtlich sehr beliebt ist, denn sonst würden Igludörfer nicht wie Pilze aus dem Schnee sprießen. Interessant und noch nicht abschließend beantwortet ist dabei die Frage, was daran reizvoll ist, bei verschärften Minustemperaturen in einem Schlafsack auf einem Eisblock zu liegen. Sei's drum. In Sölden im Ötztal wirbt man mit dem "ersten Igludorf Österreichs", in Kitzbühel hat im Dezember das "einzigartige Alpeniglu Dorf" eröffnet. In den Schweizer Skiorten Zermatt, Gstaad, Scuol und Engelberg gibt es solche Unterkünfte schon seit einigen Jahren. Im Igludorf auf der Zugspitze verspricht man derweil Inuitfeeling im Standard-Iglu für sechs Personen und etwas anderes im "Romantik-Iglu" für zwei. Letzteres kostet zwar 159 Euro pro Person und Nacht, dafür sind Prosecco-Flasche, Jausenteller und Isomatte inklusive. Im vergangenen Winter haben immerhin zweitausendeinhundert Besucher in den Zugspitz-Iglus übernachtet. Solche Offerten, bei denen man für eine besonders puristische Art der Unterkunft mehr zahlt als für manches noble Hotelbett, bestätigen auf ihre Weise die starke Sehnsucht der Menschen nach authentischen Naturerlebnissen.

Luxus auf dem Gipfel

Wer nicht gleich die ganze Nacht in der hochalpinen Kälte verbringen will, findet inzwischen eine Fülle von entsprechenden Angeboten. So werden abendliche Seilbahnfahrten mit ausführlichen Abendessen in luftiger Höhe immer beliebter. Auf die Zugspitze etwa geht es für 89 Euro samt bardiertem Wachtelbrüstchen auf Trüffelnudeln und Kalbslende parfümiert mit Almwiesenheu und Brezensoufflé. In Kitzbühel wird auf dem Hahnenkamm jeden Freitagabend fein getafelt. Und auf dem Arber schweben Brautpaare in der "Kuschelgondel" ein und lassen sich in der Eisensteiner Hütte trauen. Dafür, daß man in den Gipfelregionen nicht nur bei Erbsensuppe und Schnitzel vom Buffet sitzen muß, sorgen die erstaunlich erfolgreichen Gourmetrestaurants in Gipfellage, die immer mehr Nachahmer finden. Neu in diesem Winter sind unter anderem die Kristallhütte im Zillertal und die Las Vegas Lodge in Alta Badia. Gediegenes Nichtstun steht auch bei einem spektakulären Neubau in Hochgurgl im hintersten Ötztal im Mittelpunkt: Der Top Mountain Star auf dem 3082 Meter hohen Gipfel des Wurmkogels verspricht Luxusambiente mit Swarovski-Kristallen, gehobener Gastronomie und eine Sternenbar mit Dreihundertsechzig-Grad-Panorama.

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