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Skisaison 2004/2005 : Wenig Neues und viel Bewährtes

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, unsere unverwüstlichen Skinationalhelden, können es einfach nicht lassen. Auch sie sind in diesem Winter wieder dabei, um ihren Erfahrungsschatz mit der Nachwelt zu teilen, und zwar im Auftrag des Reisekonzerns Thomas Cook.

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          Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, unsere unverwüstlichen Skinationalhelden, können es einfach nicht lassen. Auch sie sind in diesem Winter wieder dabei, um ihren Erfahrungsschatz mit der Nachwelt zu teilen, und zwar im Auftrag des Reisekonzerns Thomas Cook. Bei dessen "Snow-Event" Ende Januar in Kitzbühel werden die beiden sympathischen Rennsportrentner ambitionierten Hobbyskifahrern drei Tage lang alpinen Nachhilfeunterricht geben und mit ihnen dabei die berühmte Streif hinunterflitzen. Gemeinsame Fackelwanderungen, Gala-Diners, selbst Tanzabende mit der Rosi und dem Christian gibt es auch und als krönenden Abschluß den "Thomas Cook Reisen Weltcup" - man achte auf den feinen Sprachwitz mit den umgedrehten Vokalen - samt persönlichem Erinnerungsfoto. Die Hobbyskirennfahrer werden es sich mit der Gewißheit an die Wand hängen können, daß das Herumreichen des alternden deutschen Vorzeigeskipaars keine alterspyramidenbedingte Barmherzigkeit, sondern symptomatisch für die Wintersaison 2004/2005 gewesen ist. Denn allerorten wird auf Bewährtes gesetzt, nirgendwo ist noch die Innovationshysterie früherer Jahre zu spüren, und fast alles wäre so wie immer, gäbe es nicht doch zwei zarte Paradigmenwechsel, die dem Boom der Billigfliegerei und der neuen Lust an körperlicher Ertüchtigung zu verdanken sind.

          Jakob Strobel y Serra

          stellvertretender Leiter des Feuilletons.

          Die Flutwelle der Discountflüge zum Taxitarif hat inzwischen auch die Alpen erreicht, die jetzt für alle Deutschen und nicht mehr nur für Baden-Württemberger und Bayern in Wochenendausflugsdistanz liegen. Die seit einiger Zeit zu beobachtende Tendenz zum spontanen, mehrmaligen Kurzskiurlaub statt der lange geplanten Zehntageferien im Schnee wird sich dadurch wohl noch verstärken. Darauf haben vor allem die österreichischen Skiorte schnell reagiert und entsprechende Pauschalpakete geschnürt. Das Gasteinertal läßt seine Gäste mit Hapag-Lloyd Express von Hamburg, Berlin oder Köln nach Salzburg einfliegen, die Wintersportorte in Kärnten nutzen den Klagenfurter Flughafen. Fünf Tiroler Gletscherskigebiete haben mit Austrian Airlines das Programm "FlyWinterdreams" aufgelegt, das Skiurlauber aus fünf deutschen Städten, aber auch aus London, Amsterdam, Warschau, Prag und Moskau nach Innsbruck und weiter in das Herz der Alpen bringt.

          Die Lust an der Anstrengung

          Geradezu epidemisch breitet sich der Begriff Nordic Fitness in den Alpen aus, unter dem man alle Leibesübungen im Schnee subsumieren kann, die primär die Gesundheit fördern - also nicht nur den klassischen Langlauf samt seiner Querfeldeinversion Nordic Cruising oder das Winterwandern, sondern auch das Nordic Winter Walking, die winterliche Variante des Nordic Walking. Diese aus Finnland stammende Form der Fortbewegung, die mit langen Spazierstöcken praktiziert wird und angeblich fast alle Muskeln des Körpers beschäftigt, hat das herkömmliche Laufen im Sommer schon stark zurückgedrängt und wird in der kalten Jahreszeit wohl dasselbe tun.

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