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Österreich : Weg vom Fluss, hin zum Fluss

  • -Aktualisiert am

Wenn sich der Muskelkater meldet, dann kann man die Strecke mit einer Fahrt auf dem Donaudampfer abkürzen. Bild: Volker Mehnert

Der Fernwanderweg Donausteig führt von Passau quer durch Oberösterreich - auf wunderschönen Pfaden.

          Manchmal drei, manchmal dreißig Meter oberhalb der Wasserfläche schlingt sich der Pfad durch dichten Wald und ein chaotisches Felsengewirr. Zwischen Uferböschung auf der einen Seite und steil aufragender Felswand auf der anderen bleiben mitunter nur zwei Fuß breit Platz. Ein grüner Vorhang aus Buchenlaub schirmt den Fluss ab, dahinter tuckern leise und mit regelmäßigem Takt die Binnenschiffe. Hin und wieder gibt der Wald für ein paar Schritte den Blick auf die Donau frei, die hier mit voller Kraft dahinfließt. Zwischendurch verwandelt sich der Wanderweg in einen leichten Kletterpfad: mit Steilstücken und rutschigen Bachüberquerungen, gesichert von Halteseilen, mit eingepassten Holzbohlen und Metalltreppen.

          Die Donauschlinge zwischen Schlögen und Obermühl ist der spannendste Abschnitt des im vergangenen Sommer eröffneten neuen Fernwanderweges Donausteig, denn hier wälzt sich der Fluss nicht nur fotogen mit zwei abrupten Kehren durchs Gebirge, er hat dabei auch ein schwer zugängliches Ufer geschaffen, an dem eine seltene Flora und Fauna überleben konnte. Ausschließlich Wanderer sind auf dieser Strecke unterwegs, denn der Weg ist nur von Fußgängern begehbar - sogar Mountainbiker haben beim besten Willen keine Chance und schon gar nicht die Genuss-Radfahrer, die auf dem gegenüberliegenden Ufer den Donauradweg entlangrollen.

          Unaufdringliche Beschilderung

          Das Wandern musste an der Donau nicht neu erfunden werden. Doch die Schaffung eines vierhundertfünfzig Kilometer langen Premium-Wanderweges erfordert mehr als nur die einfache Addition bestehender Pfade. Deshalb haben sich die Planer des Donausteigs erst einmal auf bekannten Langstreckenwegen umgesehen. Rheinsteig und Rothaarsteig boten sich als Erfolgsmodelle an, und dort hat man manches abgeschaut. Aber die Donau ist nicht der Rhein, und die schroffen und felsigen Böschungen der Donauleiten unterscheiden sich von den sanften Hängen des hessisch-westfälischen Mittelgebirges. So ist eine Route entstanden, die bewährte Elemente moderner Wanderkonzepte an örtliche Gegebenheiten anpasst und dabei ihrerseits neue Maßstäbe setzt.

          Neben dem Donausteig selbst stehen für Tagestouren, Sternwanderungen und kürzere Ausflüge vierzig sogenannte Donaurunden zur Verfügung: Rundkurse, die nur streckenweise mit dem Hauptweg übereinstimmen und dem Wanderer deshalb zumeist im Hinterland höchst unterschiedliche Landschaften erschließen. Die Beschilderung ist spärlich und angenehm unaufdringlich, dennoch klar erkennbar und bei etwas Aufmerksamkeit auch ohne Karte für die Orientierung vollkommen ausreichend.

          Sitzgelegenheiten im Gelände

          Hundertfünfunddreißig Start-, Rast- und Panoramaplätze sind ausgestattet mit Informationstafeln, originellen Tischen, Bänken und Theken aus Donaukieseln und Lärchenholz. Auf den Bänken mit ihren hochgesetzten Sockeln und massiven Rückenlehnen ruht der müde Donaupilger bequemer als auf den üblichen Sitzgelegenheiten im Gelände. Wer sich nicht mit einem Picknick im Freien zufriedengeben möchte, hat überdies die Wahl zwischen mehr als sechzig qualifizierten Donausteigwirten, die sich mit ihren Angeboten auf die Bedürfnisse der Wanderer einrichten.

          Es ist nicht zu übersehen, dass Wanderprofis aus Deutschland und Österreich an der vier Jahre dauernden Vorbereitung des Donausteigs mitgewirkt haben. Die Erfahrungen, die man in der Region mit der Einrichtung des inzwischen schon legendären Donauradwegs gesammelt hat, haben sicherlich auch nicht geschadet. Dennoch wollte man auf keinen Fall einfach nur eine Fußgänger-Version des Radweges inszenieren. Der Donausteig orientiert sich deshalb am Fluss, folgt ihm aber nicht sklavisch. Weg vom Fluss, zurück zum Fluss - so heißt das sich wiederholende Motto. Mal ist der Wanderer direkt am Ufer unterwegs, mal etwas oberhalb, dann wieder führt der Steig ihn lange außer Sichtweite des Flusses. Über Stunden sieht er die Donau manchmal überhaupt nicht, vergisst sie gar völlig, nur um sie dann von einem Aussichtspunkt plötzlich wieder zu erblicken oder nach einem steilen Abstieg wieder an ihr Ufer zurückzukehren.

          Sträßchen zu einem Aussichtspunkt

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