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Fotoausstellung : Auch Tiere machen mal Urlaub

Giraffen genießen den Blick auf Sehenswürdigkeiten lieber von oben Bild: Stefan Nimmesgern

Das Reisen wurde von den Tieren erfunden, der Tourismus von den Menschen. Der Fotograf Stefan Nimmesgern läßt in seiner Bildserie „Touristentiere“ Affen durch die Großstadt hangeln - der Montage sei Dank.

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          Tiere haben das Reisen erfunden. Vor sehr langer Zeit. Es begann mit dem Spaziergang vom Wasser ans Land, setzte sich fort mit endlosen Wanderungen über Savanne und Prärie und führte geradewegs zurück ins Wasser, wo die Wale bis heute, stets ein Lied auf den Lippen, zwischen Arktis und Antarktis pendeln - als rastlose Weltenbummler.

          Freddy Langer
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das „Reiseblatt“.

          Den Tourismus hat der Mensch erfunden. Vor noch gar nicht langer Zeit. Denn es brauchte zunächst genügend Sehenswürdigkeiten als Anlaß für eine Reise - Tempel und Kirchen zu Beginn des Fremdenverkehrs, später genügten Stauseen und Wolkenkratzer.

          Bären auf Wallfahrt

          Daß auch Tieren solche Attraktionen gefallen, wurde lange Zeit übersehen. Uns gab überhaupt erst Bruno, der wandernde Bär in den Bergen, dieser Tage einen Eindruck vom Fernweh der Kreatur und von ihrem Interesse an der Welt jenseits des eigenen Reviers. Der Fotograf Stefan Nimmesgern hingegen hat schon länger die Spur reisender Tiere verfolgt. In den Ruinen von Angkor traf er auf Giraffen, an den Wolkenkratzern von Singapur hat er Affen beobachtet: tierische Kultururlauber, die es verstehen, ihre Architekturbegeisterung mit Erholung zu verbinden.

          Dieses Lama mag die frische Bergluft
          Dieses Lama mag die frische Bergluft : Bild: Stefan Nimmesgern

          „Touristentiere“ nennt Nimmesgern seine Serie meterbreiter Panoramen, auf denen Tiere machen, was auch andere Urlauber tun. Sie staunen angesichts der zerklüfteten Gipfel Patagoniens, liegen unter Sonnenschirmen am Strand oder halten inne wie die wallfahrenden Braunbären am Sylvenstein-Speicher bei Lenggries in Oberbayern. Mit melancholisch gesenktem Haupt gedenken sie des Artgenossen Bruno, den Nimmesgern im Gespräch ganz ernsthaft als „Vater des Tiertourismus“ bezeichnet. Woher er von der Zusammenkunft der Bären wußte? Wildhüter, sagt Nimmesgern, hätten ihm den Tip gegeben, aber bewußt darauf verzichtet, die Presse zu informieren - aus Angst vor schicksalhaften Regierungsentscheidungen.

          Strauße auf Expedition

          Noch, sagt Stefan Nimmesgern, der sonst Mode fotografiert und Reisemagazine mit Motiven aus den Wildnisregionen der Welt beliefert, stecke der Tiertourismus in den Kinderschuhen. Noch bewegten sich die meisten Tiere deshalb in der ihnen vertrauten Umgebung. Denn es mangele an einer Infrastruktur, vor allem aber an Transportmöglichkeiten. Was immer Tiere sehen wollen - sie müssen laufen. Eine Gruppe abenteuerlustiger Strauße freilich konnte das nicht davon abhalten, neben einem Eisbrecher her Richtung Nordpol zu marschieren.

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