https://www.faz.net/-gxh-2e8c

Mobiltelefonieren : Vorbezahlte Urlaubsgrüße von der Luftmatratze

  • -Aktualisiert am

Handygespräche im Ausland - teuer auch für den Empfänger Bild: dpa

Wer auch im Ausland mobil erreichbar sein will, der stolpert leicht in die Kostenfalle.

          2 Min.

          Für viele gehört das Mobiltelefon auf Reisen zum festen Bestandteil des Handgepäcks. Schließlich ist es verlockend, immer erreichbar zu sein und spontan Urlaubsgrüße an die Daheimgebliebenen zu senden. Der bequeme Griff zum mobilen Telefon hat jedoch auch seine Tücken. Wer im Ausland telefonieren will, der sollte zunächst klären, ob sein Gerät im Urlaubsland überhaupt funktioniert.

          Vor allem mit älteren Telefonen gibt es häufig Probleme. Neuere Geräte sind dagegen als Dual-Band-Handys ausgelegt. Sie funktionieren in Europa, Afrika und Australien in den D- und E-Netzen auf einer Frequenz von 900 beziehungsweise 1800 Me-gahertz. Für die USA ist ein so genanntes Triple-Band-Handy erforderlich, das auch auf 1900 Megahertz läuft.

          Was viele Handy-Besitzer nach wie vor nicht wissen: Auch wer im Ausland angerufen wird, muss zahlen. D2 beispielsweise verlangt für Verbindungen zu europäischen Ländern 1,14 Mark pro Minute. Wer in den USA oder Kanada auf seinem Mobiltelefon angerufen wird, ist mit 1,38 Mark dabei. In der übrigen Welt beträgt der Minutenpreis 2,94 Mark.

          Wer sich auskennt, kann von Hand das billigste Netz wählen

          In der Regel buchen sich Handys im Ausland in das stärkste Netz ein, doch das muss nicht immer das billigste sein. Ein Anruf mit dem D1-Handy von den USA nach Deutschland beispielsweise kostet bei der Gesellschaft Bell South Mobility 6,26 Mark pro Minute, bei Voice Stream dagegen nur 3,40 Mark. Schon zu Hause sollte sich der Reisende deshalb den günstigsten Anbieter heraussuchen und das Netz dann gegebenenfalls manuell im Handy ändern. Um zum billigeren Anbieter zu wechseln, klickt man im Handy den Punkt "Netz wählen" an und dann auf das entsprechende Netz. Informationen zu den Tarifen erhalten Mobiltelefonierer auf den Internetseiten der deutschen Netzbetreiber oder unter www.tariftip.de/roaming.asp.

          Großen Ärger auf Reisen bereitet häufig die Mailbox: Wer ins Ausland reist, der sollte sie unbedingt ausschalten oder eingehende Te-lefonate per Rufumleitung auf den heimischen Anrufbeantworter stellen. Der Anruf wird nämlich zuerst zum Handy ins Ausland geleitet und dann wieder zurück zur Mailbox nach Deutschland. Ohne auch nur eine Sekunde gesprochen zu haben, fallen für den Angerufenen also zweimal Gebühren an. Das Abhören der Mailbox ist bei den meisten Anbietern ebenfalls mit Kosten verbunden, so dass der Kunde am Ende sogar dreimal für ein nicht geführtes Gespräch bezahlt.

          Prepaid-Karten helfen, die Kosten zu begrenzen

          Um im Urlaub Geld zu sparen, können sich Mobiltelefonierer eine Guthaben-Karte besorgen. Sie ermöglicht wie eine Telefonkarte die volle Kontrolle über die Gebühren. Denn ist das Guthaben aufgebraucht, sind keine Telefonate mehr möglich. Allerdings: Nicht alle Karten funktionieren im Ausland. Die Karten von E-Plus (Free & Easy) und Viag-Interkom (Loop) laufen derzeit noch nicht in anderen Ländern. Die Auslandsfreischaltung in beiden Netzen ist für die kommenden Monaten geplant. Bei D1 und D2 ist das kein Problem - vorausgesetzt man hat eine Einzugsermächtigung unterzeichnet und spätestens 14 Tage vor der Abreise die Freischaltung beantragt. Eine günstige Alternative zu den Prepaid-Karten der deutschen Netzbetreiber sind die Karten ausländischer Anbieter. Bei ihnen fallen keine Roaming-Gebühren an. Das heißt: Ankommende Anrufe sind kostenlos. Zudem sind die Mobilfunkgebühren in vielen Ländern günstiger als hierzulande. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Handy im jeweiligen Land auch funktioniert.

          Ohne Probleme funktioniert das Telefonieren mit ausländischen Karten und deutschen Handys in Europa: Ein Gespräch von Italien nach Deutschland beispielsweise kostet mit einer italienischen Prepaid-Karte rund 71 Pfennige pro Minute. Wer eine deutsche Karte ins Telefon gesteckt hat, zahlt dafür gut und gerne das Doppelte. Einen kleinen Haken haben die vorbezahlten Karten allerdings: Der Kunde bekommt eine neue Rufnummer und muss meist einen Vertrag unterzeichnen. Außerdem lohnt sich die Karte nur, wenn er das Guthaben ganz abtelefoniert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demonstranten in Lausanne, einige Tage bevor sich die Wirtschafts- und Politikelite in Davos trifft. Nicht nur die Klimapolitik steht im Fokus der Protestler – auch der Kapitalismus.

          „Trust-Barometer“ : Deutsche zweifeln am Kapitalismus

          Nur noch jeder achte Deutsche glaubt, dass er von einer wachsenden Wirtschaft profitiert. Viele blicken pessimistisch in die Zukunft. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form mehr schadet als hilft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.