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Mit Hegel in die Berge : Herr Meiners ist ein Hasenfuß

  • -Aktualisiert am

Das Lauterbrunnental: Wo jeder Wanderer andächtig wird, winkt Landschaftsverächter Hegel nur müde ab. Bild: Picture-Alliance

Im Sommer 1796 unternahm der junge Philosoph Hegel eine Wanderung durch die Berner und Urner Alpen. Wer ihm heute folgt, lernt viel über sein Verständnis der Natur und den Wandel unseres Blicks auf die Berge.

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          Beständig führt der Passweg von Wengen aus bergauf, auf tausendfünfhundert, tausendsechshundert, tausendsiebenhundert Meter, vorbei an sattgrünen Weiden und durch Wälder, deren Tannen immer kleiner und einsamer werden, bis sie irgendwann gar keinen Schutz mehr bieten vor der Mittagssonne, die gleißend am Himmel steht. Rechts senkt sich schroff das Lauterbrunnental, mit dem Staubbachfall, an dem am frühen Morgen unser Aufstieg in die Alpen begonnen hat. Schnurgerade führt der Weg nach Süden, bevor er, kurz vor der Baumgrenze, sachte nach Osten einschwenkt und langsam den Blick freigibt auf Jungfrau, Mönch und Eiger, die drei imposanten, mit Gletschern überzogenen Gipfel, die, wie im ewigen Wettstreit um das unnahbarste Antlitz erstarrt, eines der ikonischen Alpenpanoramen bilden.

          Genau hier, auf der alten Passstraße von Wengen auf die Kleine Scheidegg, muss auch Georg Wilhelm Friedrich Hegel gewandert sein, im Juli 1796, als er zum Ende seines Aufenthalts in Bern, wo er seit seinem Studienabschluss 1793 als Hauslehrer tätig war, mit drei befreundeten sächsischen Hofmeistern eine siebentägige Fußreise durch die Alpen unternahm. Der Anblick von Eiger, Mönch und Jungfrau aber begeisterte den jungen Philosophen keineswegs. „So machten sie doch schlechterdings nicht den Eindruck, so erregten sie nicht das Gefühl von Größe und Erhabenheit“, notiert er in seinem „Bericht über eine Alpenwanderung“ – und würdigt die Gipfelkette im Folgenden keines weiteren Wortes.

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