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Marokko : Essaouira - Badeort der Marokkaner

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Surfen am Strand von Essaouira Bild: SRT

Buntes Hafentreiben, duftende Souks, blau getünchte Häuschen und gemütliche Cafés: Das ist Essaouira, der Badeort der Marokkaner, der viel europäisches Flair atmet. Wundervoller Ausklang eines Sonnentages: Fangfrischer Fisch zum Abendessen, direkt am Strand gegart.

          Nicht nur in Agadir lässt es sich gut baden. Im Gegenteil, andere Küstenorte Marokkos haben weitaus mehr Atmosphäre als das nach einem Erdbeben völlig zerstörte und auf dem Reißbrett neu entstandene Agadir. Zum Beispiel Essaouira, das etwa zwei Autostunden von Marrakesch entfernt liegt. Essaouira, die "Wohlgezeichnete", die Stadt, in der Musiker wie Jimi Hendrix und Bob Marley entspannten. Sie erinnert mehr an einen portugiesischen Küstenort denn an eine marokkanische Hafenstadt. Die weiß und blau getünchten Häuser, gemütlichen Cafés und der lebhafte Hafen könnten ebenso gut an der Algarve zu finden sein.

          Einmalig in Marokko ist der rechteckige Grundriss, mit sich rechtwinklig kreuzenden, breiten Hauptstrassen. 1764 beauftragte der damalige Sultan Mohammed ben Abdallah den französischen Architekten Théodore Cornut mit der Stadtplanung. So entstand eine Mischung aus europäischem und arabischem Baustil. Essaouira ist nicht so beeindruckend wie Marrakesch oder Fès, verfügt jedoch über einige hübsche Attraktionen: Wuchtige Stadtmauern erinnern wie die alte Bastion an unruhige Zeiten, im Hafen ist das morgendliche Treiben immer einen Blick wert, und in den Souks lassen sich wunderbar duftende Schnitzereien aus dem Holz des Thuyabaumes erwerben.

          Stimmungsvoller Morgenschleier

          Tosend donnert die Brandung auf die Klippen. Nur mit Mühe kann sich der Muezzin gegen Brandung und Wind durchsetzen und sein "Al-lâhu akbar - Allah ist groß" in die Welt rufen. In den Morgenstunden verhüllt häufig dichter Nebel den Ort. Der Kanarenstrom und die Passatwinde sind für dieses ungewöhnliche Klima verantwortlich. Doch im Laufe des Morgens verdrängt die Sonne den stimmungsvollen Schleier. Sichtbar wird der kilometerlange Strand, der sich nach Süden windet. Es sind vor allem einheimische Urlauber, die sich in der Sommersaison am Strand tummeln, und einige Windsurfer, die durch die Wellen springen.

          Bei Sonnenuntergang wird geschlemmt

          Zu einem Strandtag gehört die Zubereitung einer Tajine auf offenem Lagerfeuer direkt am Strand dazu. Eigentlich bezeichnet das Wort "Tajine" nur das Gefäß, in dem die Speise zubereitet wird. In der braunen Tonpfanne mit ihrem zipfelmützenartigen Deckel lässt sich so ziemlich alles garen, was die marokkanische Küche hergibt. Am besten kauft man bereits am Morgen fangfrischen Fisch direkt bei den Fischern im Hafen, schlendert hinüber in den nahe gelegenen Souk, um Gemüse und Gewürze zu erstehen. Dann, nach einem relaxten Tag am Strand, wenn es sich zum Nachmittag abkühlt, wird geschnippelt, gebrutzelt und schließlich im Licht der untergehenden Sonne geschlemmt, wie man es nur in Marokko kann.

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