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Luftverkehr : Großbritannien veröffentlicht Liste von Fluglinien mit Landeverbot

  • Aktualisiert am

Der Absturz einer Flash Airlines Maschine löst Sicherheitsdebatte aus Bild: dpa/dpaweb

Großbritannien hat eine Mängelliste von Fluggesellschaften veröffentlicht, die keine Landeerlaubnis haben. Diese Informationen werden üblicherweise nicht an die Öffentlichkeit gegeben.

          Großbritannien hat eine Schwarze Liste mit den Namen von Fluggesellschaften veröffentlicht, die auf Grund von Sicherheitsmängeln oder anderer Verstöße keine Landeerlaubnis haben. Wie das Verkehrsministerium in London am Freitag bestätigte, reagierte Staatssekretär Tony McNulty damit auf eine Abgeordnetenanfrage. Der ungewöhnliche Schritt folgt auf den Absturz einer Chartermaschine der ägyptischen Fluggesellschaft Flash Airlines bei Sharm el Sheik am vergangenen Samstag. Wie sich herausstellte, hatte die Schweiz Flash Airlines wegen Sicherheitsbedenken auf ihrem Staatsgebiet verboten.

          Listen mit den Namen von Fluggesellschaften, deren Anträge auf eine Landeerlaubnis abgelehnt wurden, werden nach gängiger Praxis geheim gehalten. Es wird befürchtet, daß sich viele Fluggesellschaften sonst nicht mehr zu gegenseitigen Sicherheitskontrollen bereit finden würden. Auf der britischen Liste stehen vor allem Gesellschaften aus ehemaligen Ostblockländern und aus afrikanischen Kriegsstaaten. Darunter sind Star Air und Air Universal (beide Sierra Leone), Kyrgyzstan Airlines (Kirgisien), Air Bosna (Bosnien), RAF-AVIA (Lettland), Enimex (Estland), Central AirExpress (Kongo), Albanian Airlines (Albanien), Cameroon Airlines (Kamerun), InterTransAir (Bulgarien), Air Memphis (Ägypten) und alle Fluggesellschaften aus Äquatorialguinea, Gambia, Liberia und Tadschikistan.

          EU spricht nur von einzelnen Flugzeugen

          Nach der Veröffentlichung einer Schwarzen Liste hat sich die EU- Kommission am Freitag in Brüssel zurückhaltend gezeigt. „Es kann sinnvoll sein, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden“, sagte der Sprecher von EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio am Freitag in Brüssel. Er unterstrich, die EU-Kommission habe solche Listen nicht in der Schublade.

          Brüssel zieht es vor, über bestimmte Flugzeuge mit Sicherheitsmängeln zu sprechen. In der EU wird seit Jahren über ein Gesetz diskutiert, das unter anderem einen jährlichen Bericht über Flugzeuguntersuchungen in der EU vorsieht. Dieses Gesetz soll bald endgültig verabschiedet werden. „Es ist besser, von Flugzeugen zu reden als von Gesellschaften“, sagte der Sprecher.

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