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Schnorcheln in Schweden : Die Scholle ist verschollen

  • -Aktualisiert am

Schwedisches Bilderbuch: Die Schären sind über Wasser sehr idyllisch - und unter Wasser noch viel spannender. Bild: Kirsten Panzer-Gunkel

Im Meer wächst und schwimmt so einiges. Nur was genau? Auf den Unterwasser-Naturlehrpfaden vor Göteborg wird man schnorchelnd zum gelehrigen Schüler.

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          Mit einem Bad in der Ostsee verbindet man nicht unbedingt ein außergewöhnliches visuelles Erlebnis. Vielmehr denkt man an schlechte Sicht unter Wasser und sandigen Boden. Doch da fängt das Missverständnis schon an, wenn man vor Göteborg schnorcheln geht: Die Schären, die viele noch zur Ostsee zählen, gehören gar nicht mehr dazu. Denn zwischen Südnorwegen, Nordjütland und Westschweden liegt der Skagerrak, und der öffnet sich nach Westen hin zur Nordsee, ist also ein Seitenarm des Atlantiks. Das sorgt für Frischwasser und somit für ein Wohlfühlklima für Fauna und Flora im Meer - und für klare Verhältnisse unter der Oberfläche. „Außerdem haben wir hier im Gegensatz zur eigentlichen Ostsee einen viel höheren Salzgehalt“, sagt Jermy Olausson, Inhaber der Tauch- und Abenteueragentur Aventyr & Tång, das sei eine weitere Besonderheit der Schärenlandschaft. Salzwasserfische fühlen sich hier genauso wohl wie Schalentiere und viele Unterwasserpflanzen, die man weiter östlich nicht findet.

          Um sie in all ihrer Pracht zu sehen, muss man untertauchen. Und das am besten dort, wo man nebenbei noch erfährt, was da alles so schwimmt und wächst. Sieben Schnorchelpfade sind deshalb zu Beginn des Sommers in den westschwedischen Schären vor Göteborg angelegt worden, fünf im nördlichen Archipel auf den Inseln Hönö, Öckerö, Rörö, Björkö und Grötö, zwei auf den südlichen Schäreninseln Vrångö und Styrsö. Sorgfältig wurden die Orte von Meeresbiologen ausgewählt, nicht nur nach ökologischen Kriterien, sondern auch nach ihrer Vielfalt. So finden die Schnorchler unterschiedliche Bedingungen vor. Manchmal dominiert Sand, dann wieder Stein, an einigen Stellen sieht man besonders viele Fische, an anderen Unmengen von Krebsen.

          Der Ozean ist kein Streichelzoo

          Flossen an, Maske auf, tief einatmen - sie sitzt perfekt. Schnorchel festklemmen, probeatmen, noch drei, vier wacklige Schritte, Haltung bewahren, die Steine am Ufer sind glitschig. Und dann hinein ins Wasser von Öckerö! Der Neoprenanzug wärmt, die Gewichte erleichtern das Abtauchen. Beides ist nicht unbedingt nötig für einen Schnorchelausflug, doch ist es heute besonders windig, und da Jermy auch Tauchgänge und Tauchschulungen anbietet, hat er sein Equipment zur Verfügung gestellt. Bequem ist es, und man kann sich so viel Zeit lassen beim Schnorcheln und beim Suchen. Denn ob der Fisch nun gerade jetzt vorbeischwimmt, ist nicht garantiert. Pflanzen und Tiere werden schließlich für die Schnorchler nicht in Käfigen gehalten oder am nächsten Stein angebunden. Dafür gibt es etwas anderes: Schaukästen.

          Es wogt auf dem Meeresgrund. Die Wellen sorgen für Unordnung. Dann die erste Boje, relativ klein tanzt sie auf der Wasseroberfläche, ein langes Seil führt in die Tiefe hinab zum ersten Schaukasten, zehn sind es insgesamt, wie auf allen Schnorchelpfaden. Jermy ist bereits abgetaucht, hat gezeigt, wie man hinunterkommt. Also tief Luft holen, Oberkörper wie ein Taschenmesser abklappen, Beine hoch, ein kräftiger Flossenschlag, und schon geht es hinab. In eineinhalb Metern Tiefe liegt der Kasten. Um ihn zu erreichen, hätte es eigentlich keiner besonderen Technik bedurft. Aber als echter Taucher bevorzugt man unter Wasser immer die Perfektion.

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