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Wanderer und Mountainbiker : Man wird doch mal ins Gestrüpp ausweichen können

  • -Aktualisiert am

In der Ruhe koexistieren sie friedlich. Doch wenn sich Biker und Wanderer den Weg teilen müssen, wird es anstrengend. Bild: Picture-Alliance

Ärger am Alpenpfad: Dort, wo Wanderer und Mountainbiker sich begegnen, prallen sich widersprechende Welten aufeinander. Ein Problem, das sich mit ein bisschen Rücksicht von beiden Seiten lösen lässt, könnte man meinen. Doch so einfach ist es nicht.

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          Nicht zu fassen: Ein halbes Dutzend Mountainbiker kommt den steilen Bergweg herauf, grellbunt gekleidet, schwer atmend, die Räder geschultert. Es ist eine Begegnung, die mehr Verwunderung erzeugt als Ärger. Den allerdings gibt es eine Stunde später, nach dem Abstieg in die Talsohle, wo der Wanderweg dem Wildbach zu folgen beginnt. Von hinten tauchen die nächsten Radler auf, wieder im Kollektiv, diesmal, weil es abwärts geht, raumgreifend – und pfeilschnell. Kurz darauf kündigt sich eine weitere Gruppe durch rauschenden Splitt und Bremsenquietschen an. An den Rand des Weges zu treten ist keine Option, dafür ist er zu schmal. Man muss in den Geröllhang ausweichen und warten, bis der Letzte vorbei ist. Mit der dritten Gruppe ist einem der Spaß dann vollends vergangen. Der stille Bergweg von einst wird heute als „Single Trail“ genutzt – als Sport- und Spaßparcours, auf dem der Fußgänger sich als Exot fühlt – und ganz offensichtlich stört.

          Eine bedenkliche Entwicklung? Nicht wirklich, meinen die Touristiker, die sich das Geschäft mit keiner der beiden Freizeitgruppen entgehen lassen wollen. Für das Aufeinanderprallen der verschiedenen Raumansprüche hat man ja eine ziemlich einfache Lösung parat: Wenn alle ein bisschen Rücksicht aufeinander nehmen, löst sich das Problem von selbst. Man muss nur bei sich selbst anfangen, die anderen zu verstehen und respektieren lernen, und schon entsteht ein friedliches Miteinander. Wir sind ja alle zivilisierte, dialogfähige Menschen.

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