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Kanalinseln : Sark: Zu Besuch beim Seigneur

  • -Aktualisiert am

Einsame Küstenstraßen auf Sark Bild: States of Guernsey Tourist Board

Europas kleinster Feudalstaat ist ein Relikt aus vergangenen Tagen. Doch die Bewohner Sarks scheint es nicht zu stören, dass ihr Seigneur das Inselreich regiert.

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          Besucher der zweitkleinsten Kanalinsel Sark fühlen sich schon am Hafen ins vorige Jahrhundert zurück versetzt. Die fünf Quadratkilometer große Insel ist autofrei. So hat man nur die Wahl, sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in einer der Pferdekutschen zu erkunden. Abgesehen davon hat Sark aber noch einige andere Merkwürdigkeiten zu bieten. Das kleine Eiland ist der letzte Feudalstaat Europas - und niemanden stört es. Der Seigneur, zur Zeit ist es Michael Beaumont, ist ein klassischer Lehnsherr und der alleinige Herrscher auf Sark. Standesgemäß wohnt er in der Seigneurie, einem großzügigen Haus mit weithin sichtbarem Türmchen. Anscheinend ist die Idylle auf der kleinen Insel perfekt, denn wenn man mit den Insulanern spricht, stört sich kaum jemand an diesem mittelalterlichen Anachronismus mitten im Europa des 21. Jahrhundert.
          Einst war Sark Unterschlupf für Seeräuber, heute ist es Refugium einiger Auserwählter und beliebtes Ausflugsziel. Spektakulär ist die schmale Landbrücke zwischen Little Sark und Big Sark: Zu beiden Seiten des Grates geht es 120 Meter steil bis zum Meer hinunter. Aus Sicherheitsgründen müssen die Passagiere der Pferdekutschen vor der Überquerung des Grates aussteigen und zu Fuß hinüber laufen. Ansonsten kann man noch den üppigen Garten der Seigneurie besichtigen und sich noch ein wenig im „Village“ umschauen, dem einzigen Ort der Insel. Das Dorf besteht eigentlich nur aus einigen Sandstraßen, der Post, der Midland Bank, der Nat West Bank und einigen Geschäften. Wer ein paar Tage auf Sark bleiben möchte, der sollte im ältesten Hotel der Insel, dem Dixcart Hotel, die Inhaberin Mrs. Brannam nach dem Zimmer unter dem Dach fragen, in dem einst Victor Hugo gewohnt hat.

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