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Kanalinseln : Guernsey: Ein Exil zum Verlieben

  • -Aktualisiert am

Die sonnigsten Orte Groß-Britanniens liegen auf den Inseln Bild: States of Guernsey Tourist Board

Der französische Victor Hugo kam 1855 als Exilant nach Guernsey - und blieb freiwillig länger. 15 Jahre insgesamt. Dort schrieb er auch „Les Miserables“.

          Die 55.000 Einwohner von Guernsey lassen alles ruhiger als auf Jersey angehen. Die Inselhauptstadt St. Peter Port, die malerisch am Berghang über dem Hafen und der Festung liegt, wirkt immer noch wie eine gemütliche Kleinstadt und strahlt viel Flair aus. Die mit Kopfstein gepflasterten Gassen von St. Peter Port erkundet man am besten zu Fuß, den Rest der Insel mit dem Mietwagen.

          Schon der französische Dichter Victor Hugo, der 1855 als Exilant nicht ganz freiwillig nach Guernsey kam, verliebte sich in die Insel und blieb 15 Jahre. Hier schrieb er einige seiner bekanntesten Werke wie „Les Contemplations“ und „Les Miserables“, aber auch den nicht so bekannten Roman „Das Teufelsschiff“ über die Menschen auf den Kanalinseln. Schon bald nach seiner Ankunft auf Guernsey kaufte er das Hauteville House und begann, es nach seinen Vorstellungen umzubauen. Mit viel Liebe zum Detail hat er im Laufe der Jahre jeden Raum mit eigenwilligen Dekorationen überladen. Sein Haus ist bis heute als skurriles Museum unverändert geblieben und gibt tiefe Einblicke in die Seele des Dichters.

          Kleine Granithäuschen, kurvige Straßen

          Das Inselinnere wird von mehreren grünen Tälern durchzogen, die Dörfer sind geprägt von winzigen Granithäuschen. Die gesamte Küste ist eine unentwirrbare Mischung aus Stränden und Felsen, die sich durch den gewaltigen Tidenhub von teilweise mehr als zehn Metern ständig verändert. Ein Markenzeichen Guernseys sind die schmalen, kurvigen und von Hecken und Wällen begrenzten Straßen. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, der wartet die Hälfte der Zeit an den Rand gequetscht auf den Gegenverkehr oder setzt bis zur nächsten Ausbuchtung zurück.

          Guernsey größte Sehenswürdigkeit ist das Herrenhaus von Sausmarez Manor mit seinem weitläufigen Park. Schon allein wegen der Palmen und Bananenstauden, der riesigen Farne, Kamelien, Fuchsien und Hortensien ist der Park einen Besuch wert. Seit dem Sommer 1999 hat Peter de Sausmarez, der Seigneur auf Sausmarez Manor, Besuchern eine ganz besondere Sehenswürdigkeit zu bieten: den Sculpture Trail. Zwischen dem üppigen Grün hat er mehr als 150 Skulpturen plaziert. Die Kunstwerke sind aber nicht einfach lieblos in die Gegend gestellt, sondern passen sich harmonisch in den Park ein. So bieten sich immer wieder überraschende Ein- und Ausblicke. So liegt ein weißer Männertorso grotesk verkrümmt auf dem Rasen und lauscht mit einem Ohr am Boden. Der große „Don“ von Philip Jackson schaut mit verschränkten Armen hinter seiner venezianischen Maske streng auf die Besucher herunter.

          Preiswert speisen beim Feinschmeckerfestival

          April und Oktober stehen ganz im Zeichen der besten Köche Guernseys. Während des Food and Wine Festivals werden in über 50 Restaurants Festivalmenüs kreiert. Außerdem findet ein Wettbewerb der besten Köche statt, zu dem Teilnehmer aus der ganzen Welt anreisen. Auch im Oktober kann man auf Guernsey gut essen: beim Tenner Festival. Für zehn Pfund bieten dann viele Restaurants exklusive Menüs an.

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