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Jugendreisen : Zwischen Daressalam und Wikingerschiff

Im Wikingerschiff über den Ratzeburger See Bild: Alte Schule e.V.

Die Internationale Tourismusbörse in Berlin hat junge Urlauber ins Visier genommen. Aus der Sektion Young Travel stellen wir die fünf interessanteste Reiseveranstalter vor.

          Fast gehört es schon zum guten Ton, nach dem Abitur ein paar Monate ins Ausland zu reisen oder zumindest die Semesterferien möglichst exotisch und außergewöhnlich zu verbringen. Allein die Sprache zu verbessern genügt nicht. Viele wollen im fremden Land arbeiten, einige ihre hohen Ideale ausleben. Andere wollen möglichst viel Spaß haben und dabei Ungewöhnliches erleben. Wir stellen verschiedene Reise- und Praktika-Möglichkeiten vor.

          Monika Ganster

          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          1. Bei Step In sind Arbeitsaufenthalte in Australien der große Renner. Zu den Arbeitsvisa, die die Bonner Organisation jungen Leuten vermittelt, gehört sogar eine Job-Garantie. Zumindest versprechen die am Programm beteiligten Zeitarbeitsvermittlungen, binnen einer Woche ein Jobangebot vorzulegen. Außer Down Under hat Step In im vergangenen Jahr erstmals Japan und Südafrika ins Programm aufgenommen. Im Süden des Schwarzen Kontinents werden soziale Arbeiten angegeben, für die dort niemand bezahlen kann. Die jungen Teilnehmer arbeiten dann in den Schulen der Townships, den benachteiligten Stadtgebieten Kapstadts, mit und müssen das nötige Geld mitbringen, um sich selbst zu versorgen. Noch eine finanzielle Steigerung bedeutet das Programm Wildlife Work, bei dem die Teilnehmer bis zu acht Wochen lang in Tierschutzprojekten in der afrikanischen Wildbahn mitarbeiten und dafür auch noch bezahlen müssen. Für angehende Biologen dennoch ein sicher unvergleichliches Erlebnis.

          (Weitere Infos bei www.step-in.de)

          2. Aber manchen genügt das bei weitem nicht an Exotik. Die Organisation ESSB organisiert Praktika in 14 afrikanischen Länder. Dazu gehören neben touristischen Zielen wie Südafrika, Mauritius und Namibia auch wenig bekannte Länder wie Malawi oder die Republik Kongo. Zwischen vier Wochen und sechs Monaten können Praktika an junge Leute vermittelt werden. Allerdings werden hier nicht immer neue Teilnehmer in dieselben Projekte vermittelt, sondern die Kontakte werden nach den Wünschen der Reisenden geknüpft. Mitarbeit in einem botswanischen Nationalpark für einen Studenten der Tiermedizin? Ein Praktikum in einer Schule in Daressalam für angehende Grundschullehrer? ESSB versucht, die entsprechenden Plätze zu finden. Vorausgeschickt wird immer ein gründliches Einführungsseminar in Berlin, um die Deutschen auf die afrikanische Lebenswelt, die sie auch bei einheimischen Gastfamilien kennen lernen werden, vorzubereiten.

          (Weitere Infos: www.praktikum-in-afrika.de)

          3. Auch Travelworks bietet die beliebten Arbeitsaufenthalte in Australien an, doch der Jugendveranstalter vermittelt auch interessante Einsätze in den Bereichen Tourismus, Bildung und Ökologie in lateinamerikanischen oder afrikanischen Ländern. In Costa Rica können die Teilnehmer im Nationalpark Rangern helfen, die vom Aussterben bedrohten Riesenschildkröten zu schützen. In Ghana arbeiten Freiwillige in Waisenhäusern und kümmern sich um die Kinder. Gewohnt wird bei einheimischen Familien, so dass der Kontakt zur unbekannten Kultur kaum intensiver sein kann.

          (Weitere Infos: www.travelworks.de)

          4. Exotisch kann es aber auch 20 Kilometer südlich von Lübeck werden. Auf einem nachgebauten Wikingerschiff, das auf dem Ratzeburger See eingesetzt wird, können zwanzig Leute ihren Teamgeist testen, wenn sie bei Flaute das Sechs-Tonnen-Boot ans Ufer bringen sollen. Die Alte Schule, ein gemeinnütziger Verein, bietet außer der schweißtreibenden Gruppenerfahrung an Bord auch erholsameres Brotbacken am Lagerfeuer an. Schulklassen und andere Gruppen, denen das Riemenreißen auf dem Schiff Geschmack auf mehr Wikingerleben gemacht hat, können sich im Langbogenschießen, in der Knochenschnitzerei und in Spielen aus der Wikingerzeit messen. Im nächsten Jahr soll das Wikingerschiff gar Europa durchqueren und dabei einen internationalen Jugendaustausch ermöglichen.

          (Weitere Infos: www.alteschuleev.de)

          5. Mehr auf Spaß als Verpflichtung aus? Cool Tours organisiert Touren zu allen wichtigen Musikfestivals in Europa. Die Klassiker im Angebot des Stuttgarter Veranstalters sind das Rockfestival im dänischen Roskilde und das Independent-Festival im spanischen Benicassim. Die meisten Gäste kutschierte Cool Tours allerdings 2001 nach Ungarn zum Pepsi Festival, bei dem in den vergangenen Jahren Top-Acts wie Faithless, David Bowie, Rammstein oder die Guano Apes auftraten. Dem Zug nach Osten folgend haben die Veranstalter in diesem Jahr Reisen zu Musikevents in Tschechien und Slowenien mit ins Programm genommen.

          (Weitere Infos: www.cool-tours.de)

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