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Jamaika : Sanfter Tourismus auf der Karibikinsel

  • -Aktualisiert am

Palmen und Karibikstrand auf Jamaika. Bild: Sasse / Laif

In der üppig grünen Provinz Portland, im Nordosten Jamaikas, liegt ein ganz besonderes Hotel. Das Mocking Bird Hill Hotel setzt auf ökologisch sanften und sozial verträglichen Tourismus.

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          In den 30er und 40er Jahren war der Nordosten Jamaikas das bevorzugte Urlaubsziel US-amerikanischer Filmschaffender. Schwerenöter Errol Flynn veranstaltete auf seiner Privatinsel vor San Antonio Prominenten-Partys und ließ seine Gäste auf Bambusflößen den Rio Grande hinuntertreiben. Noch heute gehört Jamaika zu den Lieblingsplätzen der Hollywood-Größen, doch inzwischen hat sich das Geschäft mit den Fremden vor allem nach Negril, Ocho Rios und Montego Bay verlagert. Die Gegend um Port Antonio verfiel in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie nur zaghaft erwacht.

          Hier haben die Tourismusfachfrau Shireen Aga und die Künstlerin Barbara Walker den idealen Platz gefunden, um ihre Vorstellungen eines sanften Tourismus umzusetzen. Auf einem Ausläufer der Blue Mountains, die sich sanft zu den cremefarbenen Stränden und kristallklaren Wassern der Karibik herabschwingen, steht ihr Mocking Bird Hill Hotel. Das villenartigen Haus mit zehn Gästezimmern versteckt sich im üppigen Grün, warmes Wasser kommt aus Solaranlagen, gereinigt wird es von einer hauseigenen Kläranlage, Kühlung spenden Deckenventilatoren.

          Arbeitsstätten für Einheimische geschaffen

          Für die Deutsch-Inderin Aga und die Deutsch-Jamaikanerin Walker gehört zu einem sanften Tourismus auch, die Lebensbedingungen der Einheimischen zu verbessern. Aus diesem Grund haben beide Frauen auch diverse (Frauen)Kooperativen mitinitiiert, um zum Beispiel die Einkommenssituation von alleinerziehenden Frauen zu verbessern. Auch eine gemeinnützige Gesellschaft, die Wander-Guides ausbildet, wurde unter Mitwirkung der beiden gegründet. Die Wanderführer leiten Exkursionen in die atemberaubende Natur des üppig grünen und mit Naturschönheiten reich gesegneten Nordosten Jamaikas, die zwischen zwei Stunden und zehn Tage dauern.

          Idylle im Nordosten Jamaikas: Das Mockingbird Hill Hotel.
          Idylle im Nordosten Jamaikas: Das Mockingbird Hill Hotel. : Bild: Mockingbird Hill

          Für die beiden ungewöhnlichen Frauen hat die Förderung von Kontakten zwischen BesucherInnen und Einheimischen aber auch im eigenen Haus Methode. Oftmals kann man im Hotel einheimische Künstler und Schriftsteller in lockerer Runde kennenlernen. Zudem gibt die hoteleigene Galerie einen Einblick über zeitgenössische jamaikanische Kunst und bietet Raum für die Maler- und Bildhauerkurse von Barbara Walker. Natürlich wird auch die ein oder andere Arbeit von ihr ausgestellt. Die finden sich ansonsten auch in allen Räumen des Hotels und tragen wesentlich zur privaten und individuellen Atmosphäre des Hauses bei.

          Phantasievolle Küche

          Romantisch tafeln zu Füßen der Blue Mountains Neben allem sozialen und gesellschaftlichen Engagement sehen sich die beiden Frauen vor allem als Gastgeberinnen. Sie möchten ihren Besuchern einen erholsamen Urlaub in komfortabler Umgebung ermöglichen. Eine Hauptrolle spielt dabei das Restaurant Mille Fleurs des Hotels, eine der besten Adressen für Liebhaber exotischer Küche auf Jamaika. Aus dem hoteleigenen Garten kommen Gewürze und Gemüse, von Bauern und Fischern der Umgebung Fisch und Geflügel. Aus diesen Zutaten stellen die Köche phantasievolle Menüs zusammen. Ein Beispiel: Kokosnuss-Knoblauch-Suppe, Carpaccio von Papaya, Otaheiti-Apfel (birnenähnlich) und Cho Cho (zucchiniähnlich), Fisch mit schwarzer Kruste von Kräutern und Ingwer und zum Abschluss ein Orangenauflauf mit Likör von wilden Orangen. Serviert wird auf der blumenberankten Terrasse, von der die Gäste einen traumhaften Blick auf das Meer und die Bergkuppen der Blue Mountains haben.

          Im übrigen vertrauen die Frauen ganz auf ihre Erfahrung: Sobald sich die Gäste auf den inseltypischen Rhythmus eingestellt haben, beginnen sie ganz von alleine sich für Land und Leute, Kunst und Kultur ihrer paradiesischen Umgebung zu interessieren. Und sei es nur, dass sie nach einem Tag am traumschönen Strand der nahen Frenchmen´s Cove in den jamaikanischen Gedichtbänden schmökern, die in jedem Zimmer ausliegen...

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