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Tropischer Magnetismus : So schlägt das Herz

Das ist ein Wimpelschwanz und diese Kolibriart gibt es nur auf Jamaika. Bild: Imago

Schwarz-gelb-grüner wird’s nicht: Wieso ist Jamaika so umwerfend?

          8 Min.

          „One love“: Jeder hat eine Vorstellung von Jamaika, keiner kann sagen, dass er noch nie davon gehört hat. Kein Land der Erde ist musikalisch so gut in unseren Köpfen vertreten wie diese Antilleninsel, bei Jamaika hat man nicht nur ein Bild vor Augen, sondern auch einen Sound im Ohr: Reggae ist globale Urlaubsmusik, aus thailändischen Bars ebenso wenig wegzudenken wie aus den Clubs auf den Seychellen oder aus denen an der uruguayischen Küste. Wo es Strand und Sonnenschein gibt, ist Bob Marley nicht weit.

          Lets get together and feel alright

          Barbara Liepert
          Verantwortlich für das Ressort „Reise“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „One love“ steht in großen Lettern im Ankunftsbereich des Flughafens von Montego Bay, „one love, one heart, lets get together and feel alright“, heißt es in einem der bekanntesten Marley-Songs. Auch die Arztgattin aus Frankfurt hat allerbeste Laune in der Schlange vor der Immigration. Sie kann es kaum erwarten, das Tor zu ihrem Häuschen aufzustoßen, in das üppige Grün des Gartens zu treten und wieder den Geschmack einer am Baum gereiften Mango zu spüren, seit mehr als 25 Jahren kommt sie in ihr Ferienhäuschen im hügeligen Hinterland der Nordküste, ihre Kinder haben hier ihre Ferien verbracht, ihr Mann hat in der Gegend beinahe jeden schon mal behandelt, umsonst selbstverständlich, denn um das öffentliche Gesundheitswesen steht es nicht besonders gut. Aber die Leute wissen sich zu helfen, und es seien so liebenswürdige Menschen auf der Insel, sagt sie. Eigentlich. Aber passen Sie ein bisschen auf! Jamaika, müssen Sie wissen, war eine ganz friedliche Insel. Bis die amerikanischen Drogenbekämpfer sich eingemischt haben, um den Don zu holen, angeblich, um Ordnung zu schaffen. Seither herrscht erst recht Chaos, es sind viel zu viele Waffen unterwegs. Nach acht gehen wir nicht mehr raus. Aber die echten Rastas, das sind liebe Leute, wirklich gute Menschen! Ich wünsche Ihnen eine phantastische Zeit, gehen Sie in die Berge!

          Der grüne Hügel Jamaikas: In Round Hill versammeln sich die Reichen und Schönen.
          Der grüne Hügel Jamaikas: In Round Hill versammeln sich die Reichen und Schönen. : Bild: HO Round Hill Hotel & Villas

          Geteilt in zwei Welten

          Und weg war sie. Die meisten Deutschen, die hierherkommen, gehen nicht in die Berge, sie reisen mit dem Schiff durch die Karibik, an Land sind sie am liebsten auf der Dominikanischen Republik, oder sie treten einander auf Kuba gegenseitig auf die Füße und wundern sich, wie unkontrolliert und infrastrukturell unvorbereitet ein Land sich dem maßlosen Zustrom von Kurzurlaubern hingeben kann. Aber auch das kleinere Jamaika im Süden empfängt mehr als zwei Millionen Touristen, drei Viertel davon sind Kreuzfahrer, dieses Segment hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Der Rest residiert vor allem in sehr großen Hotelanlagen rund um Montego Bay an der Nordküste und Negril im Westen. Aus Deutschland kamen zuletzt 20 000 Urlauber, in den neunziger Jahren waren das schon mal deutlich mehr, in drei Jahren sollen es aber wieder 50 000 werden, hat der Tourismusminister im Juli prognostiziert, als er in Montego Bay die neue Flugverbindung begrüßte. Neben Condor fliegt seit kurzem auch Eurowings direkt nach Montego Bay.

          Kingsley Blake, Concierge im Round Hill seit mehr als 40 Jahren.
          Kingsley Blake, Concierge im Round Hill seit mehr als 40 Jahren. : Bild: HO Round Hill Hotel & Villas

          Auf dem grünen Hügel

          „One love“ stand auch unter der E-Mail des Hoteldirektors. Er würde einen Fahrer schicken. Das „Round Hill“ war Anfang des 20. Jahrhunderts eine über einer kleinen Bucht gelegenen Ananas-Plantage, bis John Pringle die geniale Idee hatte, hier ein Hotel zu errichten, dessen Bau er mit dem Verkauf von  Villen finanzierte. Diese Cottages wiederum werden vom Hotel unterhalten und vermietet, wenn die Eigentümer in London, New York oder Dallas ihren Geschäften nachgehen. Dieses Model wurde oft kopiert, unter anderem von Aga Kahn auf Sardinien, und mittlerweile entstehen die meisten großen Ressorts, vor allem im indischen Ozean, nach diesem Prinzip.

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