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Jakobsweg alternativ : Wem die letzte Stunde schlägt

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Drei Viertel aller Santiago-Pilger wählen den Camino Francés. Da bleibt viel Platz für Einsamkeit und Einkehr auf dem Camino Primitivo Bild: Gerald Koll

Für jede Reise gibt es mehr als ein richtiges Buch. Doch kann man mit dem Koran im Gepäck zum Grab des Maurentöters pilgern? Ein Selbstversuch auf dem Camino Primitivo, dem ursprünglichsten aller Jakobswege.

          9 Min.

          Nur kein Regen, nicht jetzt! An dieser Stelle stemmten sich die ersten Pilger gegen den Wind, den Kragen der Kutte hochgeschlagen, die Muschel in klammen Händen. Sie wollten zum heiligen Jakob, zu Sant Iago nach Santiago de Compostela. Hier stehen die Reste ihrer Schutzhütten. Der Wind schlug so viele Jahrhunderte an die Wände, bis sie nachgaben. Hier stürmt es immer. Trotzdem bleibt man stehen, denn immer ist es bergan gegangen auf den Feldwegen und Wiesen der letzten Kilometer. Keuchend blickt man ins Weite: Dort hinten, hinter den sieben Bergen müssen Jakobs Gebeine ruhen. Die Sicht ist gut. Gestaffelt liegen zackige Kuppenlinien zwischen bodennahen Nebelbänken und hochfliegenden Wolken. Die Kathedrale ist allerdings nirgends zu sehen. Kein Kirchturm. Überhaupt kein Dach, kein Mensch. Ein Rind. Eine Herde Pferde. Einsam ist es auf diesem Höhenweg, dem Camino Primitivo, der so heißt, weil er der ursprüngliche und erste Jakobsweg ist.

          Mein Handbuch nennt ihn den „wohl härtesten Jakobsweg“. Das Höhenprofil mit Spitzen von 1200 Metern wird Bergziegen kaum beeindrucken. Für Pilger mit dreizehn Kilo auf dem Rücken reicht es. Liebhaber von Fernwanderwegen haben eher ein Problem mit seiner Länge: Er ist mit 350 Kilometern zu kurz. Manche Pilger nehmen deshalb Anlauf auf dem hügeligen Camino del Norte am Saum der Nordküste. Sie starten an der französischen Grenze, pilgern mit Meerblick und biegen nach 450 Kilometern links ab ins Landesinnere nach Oviedo. Am alten Königssitz Asturiens beginnt der Primitivo. Dort steigen sie in die Berge.

          Mancher Eremit spricht mit Knochen

          Hier, bei den Überresten der mittelalterlichen Pilgerherberge Hospital Fonfaraón, ist Nirgends. Gäbe es keine Steinmäler, wäre der Weg kaum zu erkennen. Gras wächst darüber. Heidekraut kratzt. Felsbrocken liegen herum, als hätten Riesen mit Steinen gespielt und nicht aufgeräumt. Nichts erinnert an die Karawane des populärsten aller Jakobswege. Nichts an den Pilgerstrom, der sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht hat. Im vergangenen Jahr haben zweihunderttausend Pilger Santiago erreicht. Drei Viertel davon kommen über den Camino Francés, die Kerkeling-Straße. Das letzte Viertel verteilt sich auf das übrige Wegenetz, und nur eine Splittergruppe wählt den Camino Primitivo, quer von der Nordküste über die Berge. Da sieht man tagelang fast niemanden.

          So allein könnte sich jeder Primitivo-Pilger für den ersten aller Pilger halten. Gäbe es nicht Herbergen. Wie aus dem Nichts warten dort schon andere Erste. Gestern waren das Rafa, der Kapitän aus Cádiz, Kasper, der Afghanistan-Kriegsjournalist aus Kopenhagen, und die Koreanerin Yun, die „Ich bin dann mal weg“ auf Koreanisch gelesen hatte. Da wir alle Handbücher dabei hatten, wussten wir, dass nur einer das Jakobspilgerpatent hat, nämlich der asturische König Alfons II. Im neunten Jahrhundert verfügte er, dies sei ein Wallfahrtsort, hier solle eine Kirche gebaut werden, als am Ort der heutigen Kathedrale Knochen gefunden wurden. Ein Eremit, Pelayo, hatte sich von einer Lichterscheinung dorthin navigieren lassen. Ein Bischof, Theodemir, hatte Alter und Bedeutung einzuschätzen gewusst: die Gebeine des Jesu-Jüngers Jakob des Älteren. Alfons schlug sich zu dieser Zeit im Namen Christi mit Mauren. Er erklärte, eine Wallfahrt zu den Reliquien befreie von begangener Schuld. Fromme Sünder glaubten das sofort. In unserer Herberge glaubte das natürlich niemand. Jeder hat dafür eigene Gründe.

          Pilger schöpft Wasser an einem Brunnen in Palas de Rei bei Lugo
          Pilger schöpft Wasser an einem Brunnen in Palas de Rei bei Lugo : Bild: dapd

          Kapitän Rafa war schon seit einer Stunde außer Sichtweite, Kasper auch, Yun wählte eine windgeschützte Route. Als Einzige schlug sie die Wettervorhersage nicht in den Wind. Wir alle sahen im Fernsehen Santiago unter Wasser. Aber Santiago ist so fern. Alles ist weit weg, nah sind nur ein paar wetterfeste Rinder und Pferde. Kein Zaun, kein Draht ist zwischen uns. Wenn ich noch länger in diese apfelgroßen schwarzen Augen blicke, verliere ich die Abscheu gegen Disney-Tierdokumentationen. Mancher Eremit spricht mit Knochen, Tieren oder Gott, entdeckt über sich ein vielsagendes Sternenfeld - ein Compostela - oder in sich einen Franz von Assisi.

          Das ist Pilgern

          Oder Mohammed. „Den Koran“, sagte ich beiläufig, als Kapitän Rafa fragte, was ich läse. Das war in einem Zisterzienserkloster auf dem Camino del Norte. „Den Koran“, wiederholte Rafa gedehnt. Auf der Heerstraße, dort, wo Christen die Muslime in die Flucht schlugen, war ich auf Missbilligung vorbereitet: „Jedes Zeitalter hat sein Buch, Sure 13, Vers 38“, sagte ich und fügte hinzu: „Seine Deutung weiß jedoch niemand als Allah, sagt Sure 3, Vers 7.“ Doch der Kapitän aus Cádiz stimmte zu: Erstens hätte es den Jakobsweg ohne Islam nie gegeben. Zweitens wären Spaniens Kirchen ohne Minarette und Arabesken nur halb so schön. Und drittens meine es der Koran gut mit Pilgern: Eine der fünf Säulen des Islam sei die Wallfahrt, eine andere die Spende. Tatsächlich fand ich in meiner Reclam-Ausgabe zahllose Suren mit Spendenaufrufen für den „Sohn des Weges“. Das liest jeder Pilger gern.

          Das Ab- und Entlegene passte gut ins Zisterzienserkloster von Cenarruza. Die Brüder gehören zum Orden der strengeren Observanz. Den Tag bestimmen sieben Stundengebete, Lektüre und Klausur. Pilger sind zur Vesper willkommen. Auch zur Morgenandacht. Auch zum Komplet, mit dem die Mönche die Nachtruhe einläuten, aber so viele Pilger kommen dann nicht mehr, denn der Klosterladen verkauft auch Wein. Beim Komplet war ich fast allein mit den sieben anwesenden Mönchen in ihren weißen Kukullen mit Kapuzen. Sie brauchen kein Publikum für ihre hinter diesen Mauern seit tausend Jahren in die Ewigkeit führende Choreographie aus Gängen und Gesten und Wechselgesängen. Nur das dauernde Schneuzen und Verstauen der Tücher in Ärmeln verriet, dass allzu standhafter Gottesdienst nicht immer der Gesundheit dient.

          Draußen auf der Terrasse, mit Ausblick auf das Baskenland, wartete Kapitän Rafa bei Rotwein - mit meinem Koran in der Hand. Ich suchte nach Passendem und fand in Sure 21: „Sie preisen Ihn bei Nacht und Tag und ermatten nicht.“ Rafa blätterte und prostete mir zu: „,Euch euer Glaube und mir mein Glaube‘, Sure 109, Vers 6.“ Abgeschieden war es schon oft, denke ich zwischen den zerklüfteten Ruinen auf der tosenden Passhöhe, aber kaum ein Ort war abgeschiedener als die berühmte Höhle von Altamira. Die Wandmalereien sollen 14000 Jahre alt sein. Mit der Wallfahrt haben sie nichts zu tun, liegen aber ganz nah am Weg. Die Höhle ist geschlossen, seit der Atem des Besucherstroms die Farbe beschädigte. Aber direkt neben der Höhle hat man eine zweite Höhle mit exakt nachgemalten Malereien auf exakt nachgebauten Wänden errichtet. An der Decke befindet sich die Kopie eines 14000 Jahre alten Handabdrucks, auf die man unbedingt seine Hand legen möchte. Durch Schlitze einer grünen Eisentür kann man ins Dunkel der wirklichen Höhle spähen. Das ist Pilgern. Man kopiert und spürt trotzdem den Hauch von etwas Ursprünglichem, das von nebenan anweht.

          Tunkendes Waten, es schwappt aus Schäften

          Fünfhundert Kilometer später stehe ich auf dem windigen Pass. Immer noch. Wegen der Wolken. Sie sind atemraubend. Zu Hause sehe ich Wolken nicht. Sehe ich zu Hause nicht hin? „Schauen sie denn nicht zu den Wolken, wie sie erschaffen sind?“ (Sure 28, Vers 17) Als sie verfliegen, schiebt sich über den Horizont eine dunkle Wolkenwand und begräbt unter sich Galicien. Schnell dorthin, solange sie ihr Wasser halten kann.

          Camino Primitivo
          Camino Primitivo : Bild: F.A.Z.

          Hundertfünfzig Kilometer später. Zurück liegen Pässe und Strände, Klosterherbergen und schäbige Notunterkünfte, Wege über Asphalt, Beton, Kies, Sand, Erde, Kiefernnadeln. In Erinnerung bleiben leere Buchten, Ruinen und verwaiste Dörfer. Das Treiben der Häfen und Städte vergisst sich schnell. Nicht aber ein Dörfchen wie Santa Eulalia de Bóveda. Es liegt besenrein am Weg und birgt ein Heiligtum. „Ja, sehr viele Besucher“, antwortet ein Herr mit Schlüsseln und öffnet seinem einzigen Besucher in den zwei Mittagsstunden die Tür zu einem unterirdischen Tempel. Die gemalten Vögel an den Wänden erinnern an Pompeji. Noch immer schillert das Steinbecken. Das Wasser fiel durch die Decke. Römer feierten im vierten Jahrhundert Wasserrituale, bevor Christen den heiligen Ort umtauften. Niederschlag gab es hier schon immer genug. In Vorfreude prophezeit Vers 43 in Sure 24: „Und du siehst den Regen mitten aus den Wolken herauskommen.“

          Am nächsten Tag stehe ich mittendrin. Weniger im Regen als im Matsch. Viele Waldwege Galiciens markierte der naturliebende Pilgerfreund José Manuel, weil ihm die neuere offizielle Route zu asphaltfreundlich erschien. „Die Rechtgläubigen werden Wir einführen in Gärten, durcheilt von Bächen“ (Sure 4, Vers 57, Sure 9, Vers 72 und sehr viele mehr): Tunkendes Waten, es schwappt aus Schäften. Triefend erreiche ich das Kloster Sobrado dos Monxes. Ein sehr schönes Kloster. Es verfügt über eine imposante Barockfassade, grandiose Säle, eine große Küche, eine Waschmaschine und einen Trockner.

          Hinter der schrulligen Fassade

          So schlimm ist Regen auch wieder nicht. Es gibt Schlimmeres. Es gibt Nächte in Gemeinschaftssälen, in denen ein Einzelner, indem er schläft, allen Übrigen den Schlaf raubt. Der Koran sagt, die Seelen der Träumenden fliegen nachts zu Allah - was liegt denn dann dort neben mir? Und es gibt Hunde. Die Hunde des Camino Primitivo halten die Erinnerung an die Zeiten der Kämpfe wach, an die Legenden der Reconquista, in denen der Apostel Jakob auf einem Schimmel vom Himmel sprengte, um dem asturischen König Schützenhilfe gegen die Muslimen zu geben. Jakob Matamoros, der Maurentöter, trägt neben Jakobsmuschel als Insignie auch das blutrote Schwert. Aus heiterem Himmel kommen Hunde. Sie kläffen kalt und flach, gefechtsbereit, obwohl man sich fragt, wen sie sich in dieser Ödnis packen wollen. Wenn nicht den Pilger mit eingeschmuggeltem Koran. Mit Glück endet ihre Reviergrenze am Wegrand. Bei weniger Glück nützt der Pilgerstab. Hört man Gebell, horcht man auf das beruhigende Rasseln: Hofhunde sind meistens am Zwinger angekettet. Der dänische Kriegskorrespondent Kasper wundert sich. Er hat in Afghanistan ein halbes Jahr lang UN-Soldaten auf Patrouillen durch Taliban-Gebiet begleitet. Jetzt bricht ihm dauernd kalter Schweiß aus. Er schwitzt trotz Rasseln: Die Kette geriet dem Tier zwischen die Kiefer, und verbissen schlägt es die Zähne hinein. Wilder Camino Primitivo. Kein Hund biss mich. Ich erwähne das der Fairness halber.

          Auch Tieren gesteht der Koran eine Seele zu. Die sechste Sure nimmt Bezug darauf. Sie erwähnt keine Hunde, aber gemäß Vers sechs gibt es „kein Getier auf der Erde und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht wären Völker gleich euch.“ Völker sind verschieden. Eines, das nach dem ersten Wandertag Obdach bot, wohnt im Baskenland und nennt sich „Die zwölf Stämme“. Die urchristlich-orthodoxe beziehungsweise christlich-unorthodoxe Sekte bekennt sich dazu, Kinder mit der Weidenrute zu züchtigen. Sie fordert Gehorsam. Bärtige Männer beargwöhnen den Pilger aus Deutschland, weil es dort kürzlich zum Skandal kam und Polizisten die Kommune stürmten. Der deutsche Pilger ist ahnungslos. Mädchen in Schürzen servieren ihm selbstgemachte Gartenspeise.

          Die lebende Legende dieser Wege ist ein Mann, der den Zwang bezwungen hat. Auch er trägt einen weißen Bart. Um ihm zu begegnen, besucht man auf dem Küstenweg im Ort Güemes die berühmte Cabaña del Abuelo Peuto, die „Hütte des perfekten Opas“. Hinter der schrulligen Fassade waltet Padre Ernesto Bustio, ein Priester, der auch mit 76 Jahren ein freigeistiger Rebell im Zeichen der Toleranz ist. Der Kontrolle seines Bischofs entzog er sich zu weltweiten Erkundungszügen. Seine Herberge ist eine Kulturbegegnungsstätte. „Es sei kein Zwang im Glauben“, lautet Vers 256 der zweiten Sure. Geht man morgens im Morgendunst an landestypischen Maisspeichern vorüber, sehen sie aus wie japanische Tempel.

          Geflutet von Glück

          Einer wie Ernesto ermuntert zu Umwegen, etwa in die kantabrischen Bergmassive der Picos de Europa. Drei Tage später stehe ich zwischen schroffen Wänden auf steilem Serpentinenpfad im Sprühregen: Regenbogen auf Kalksteinfels; ein Steinadler fliegt Beute in den Horst; Gämsen drängen an mir vorbei - Wandern im Kalenderblatt. Niemand geht vor mir, niemand hinter mir.

          Vielleicht neigt das Leben auf den Neben-Caminos insgesamt zum Phantasieren und Wildwuchern. Grün überwuchert Galicien und seine Galicier, deren Grüße aus den Tiefen borstiger Brusträume rollen. Im Regen werden Wälder zu Regenwäldern. Efeu umrankt Stämme. Farne verhängen die Pfade. Die Wirtschaftskrise versetzt das Land in den Dornröschenschlaf. Graugrüne Dörfer verwaisen und vergreisen. Die letzte junge Frau im Ort ist die Jungfrau Maria der Votivbilder. In Spanien ist jeder Vierte arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 56 Prozent, so hoch wie in Griechenland. Unbefristet arbeitet nur die Zeitschaltuhr im Glockenturm. Stündlich schlägt die letzte Stunde. Und stündlich, scheint es, spannen Moose ihre Tücher und Pelze über grobe Mauern.

          Pilgerdenkmal auf dem Monte do Gozo in Santiago de Compostela, dem Endpunkt des Camino Primitivo
          Pilgerdenkmal auf dem Monte do Gozo in Santiago de Compostela, dem Endpunkt des Camino Primitivo : Bild: dapd

          Camino Primitivo: Armut, Regen, Schnarchen, Blasen und lädierte Schultern. Doch die wenigen Pilger, die man trifft, sind überglücklich. Und das nicht nur im Glücksmoment, auf den sich Christen und Atheisten, Studenten und Rentner, Büßer und Abenteurer einigen - nämlich auf die Dusche danach. So eine Wallfahrt ist ja ein einziges Erntedankfest: baskische Trauben, kantabrische Feigen, asturische Kiwis, galicische Pilze reifen am Wegesrand. „Und versorgt euch mit Zehrung“, rät der Koran seinen Pilgern in Vers 197 der Sure 2, denn „aufsprießen lässt Er euch die Reben und allerlei Früchte“ (Sure 17, Vers 11). Geflutet von Glück: Anlässlich seines Aufbruchs, als noch über allen Gipfeln Ruh’ ist, zerreißt ein Hamburger Arzt die Frühnebelschleier Kantabriens mit einem Freudenschrei. Er übertreibt. Ebenso ein Schwärmer, der beim ersten Regentropfen „He, ho, spann den Wagen an!“ anstimmt und sich in jeden Dornenbusch wirft, sobald dort eine Beere schimmert.

          In merkliche Unruhe geraten aber auch maßvolle Primitivo-Pilger, als sich die Zivilisation ankündigt. Vierzig Kilometer vor Santiago de Compostela schürzt sich der Knoten der Caminos. Yun, die regenbeständige koreanische Wanderin, verkrümelt sich auffällig in Erdmulden und liest so viele Nüsse in ihren Beutel, wie sie niemals essen kann.

          Dann ist sie da. Die Stunde der Pilgermesse. Das ist der Schlussakt. Kaum ist die Pilgerurkunde ausgehändigt, schleicht sich ein schales Gefühl ein: arbeitslos. Eben noch wurde willkommen geheißen, umarmt, beglückwünscht. Eben noch folgten Augen tränenreich dem Weihrauchkessel, dem Botafumeiro, in seinen Schwüngen bis zur Kathedralendecke. Eben noch lauschten sie dem gläsernen Sopran der Nonne und sangen den „Himno al Apóstol“. Eben noch wussten sie sich „geleitet zum gepriesenen Pfad“ (Sure 22, Vers 24), aber was jetzt und wohin? Yun sagt, auch in Korea gäbe es schöne Pilgerwege. Buen camino, „der Gruß in ihnen ist: ,Frieden!‘“ (Sure 14, Vers 23).

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