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Istanbul : Gesucht: Ruhe der alten Winkel

  • -Aktualisiert am

Teepause im charmanten Hotel Yesil Ev Bild: H. W. Rodrian/SRT

Der Ägyptische Markt ist ein ist ein Erlebnis für die Sinne: Orientalische Gewürze und Früchte schmecken und duften, während der Muezzin von der Moschee ruft.

          Eine Pause zum Tee im charmanten Hotel Yesil Ev: Das im Stil der hölzernen Altstadthäuschen des 19. Jahrhunderts erhaltene Konak liegt genau zwischen den beiden Moscheen. Und zum Mittag dringt ein Muezzinduett so unmittelbar in den mit Samt verkleideten Teesalon, dass die Deckenlüster klimpern.

          Der Orient wirft wieder sein Fangnetz aus. Man wird den Ägyptischen Bazar besuchen mit den Marktständen voller Gewürzen, Dattel-, Feigen- und Pistazienbergen. Eine andere Legende wartet im Galata Mevlevi Tekkesi, dem einstigen Kloster, das heute das Museum der tanzenden Derwische ist. Man stellt sie sich vor im ekstatischen Drehtanz, wie ihre Körper in schwebender Rotation zum Symbol der Bewegung der Himmelskörper werden.

          Wo Touristen immer Fremde bleiben

          Doch zuerst ein Taxi zum Tünel. Von dort rattert die 120 Jahre alte Drahtseilbahn hinauf zum Galataturm. Dieses Viertel mit seinen kleinen Gassen, den Teestuben, wo Männerrunden Karten oder Backgammon spielen wie zu alten Zeiten, wird man als Fremdling durchstreifen.

          Der Blick geht in sonnenlose Handwerksläden, wo Lampen, Blecheimer, Kupferkessel, Bettgestelle, Nachtschränke gefertigt werden. Der lange Atem orientalischer Ergebenheit in die Mühen des Alltags weht durch diese Gassen. Aber auch Istanbuls enormes Alter, seine Zeichen von architektonischem Verfall und Auflösung springen hervor.

          Italienisches Design zum halben Preis

          Weiter mit der Tünel-Bahn rattert man hinauf ins "Europäerviertel" Beyoglu und erobert die Istiklal Caddesi. Und statt in Autohektik gerät man in eine beschauliche Fußgängerzone, durch die eine nostalgische Trambahn quietscht, und beginnt ein ausladendes Flanieren zwischen Gründerzeit-Fassaden und Top-Boutiquen mit den türkischen Prestigemarken wie Beymen, Vakko und Limon Company.

          Die Preise für Schuhe, Lederkleidung und nach italienischem Stil geschneiderte Sakkos etwa lassen zwar das Lirabündel in der Tasche schwinden, sind aber immer noch halb so teuer wie in den Euroländern. Zum Abschluss einen Jai, türkischen Tee, in einer kleinen Zuckerbäckerei und Istanbul hat bewiesen, dass es zuweilen auch still sein und seinem Puls lauschen kann.

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